Der erste Schritt zur Evangelisierung ist die Anbetung

„Adoratio 2011“ in Rom zu Ende gegangen

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ROM, Montag, 27. Juni 2011 (ZENIT.org). - Mit dem Fronleichnamsfest am vergangenen Donnerstag ist zeitgleich der Kongress „Adorato 2011“ zu Ende gegangen, der in Rom vom 20. - 23. Juni 2011 unter dem Thema „Von der Anbetung zur Evangelisierung“ abgehalten worden war.

Der Bischof von Frejus-Toulon, Frankreich, Bischof Dominique Rey, hatte die große internationale Konferenz über die ewige Anbetung so angekündigt: „Die erste Bedingung für die Neuevangelisation ist Anbetung. Wir müssen die Fähigkeit wiedererlangen, Christus in der Allerheiligsten Eucharistie anzubeten, wenn wir die Männer und Frauen des 21. Jahrhunderts zum Glauben an Jesus Christus bringen wollen. Dies ist eines der Schlüsselthemen des Pontifikates von Papst Benedikt XVI. und dies ist der Grund für diese Initiative.”

Organisiert von den Missionaren der Allerheiligsten Eucharistie, einen neuen Gemeinschaft, die von Bischof Rey im Jahre 2007 gegründet wurde, referierten bei der Konferenz neben einer Vielzahl von internationalen Referenten folgende Kardinäle: Kardinal Francis Arinze, emeritierter Präfekt der Gottesdienstkongregation; Kardinal Raymond Burke, Präfekt des Obersten Gerichts der Apostolischen Signatur; Kardinal Antonio Canizares Llovera, Präfekt der Gottesdienstkongregation; Kardinal Malcolm Ranjith, Erzbischof von Colombo, Sri Lanka, ehemaliger Sekretär der Gottesdienstkongregation; Kardinal Mauro Piacenza, Präfekt der Kleruskongregation; Kardinal Peter Turkson, Präsident des Päpstlichen Rates Justitia et Pax.

Weiterhin Bischof Giovanni D'Ercole, Weihbischof von L’Aquila, Italien; Bischof D. Jos Ignacio Munilla, Bischof von San Sebastian, Spanien; Bischof Dominique Rey, Bischof von Fréjus-Toulon, Frankreich; Bischof Athanasius Schneider, Weihbischof von Karaganda, Kasachstan; ebenso der Zeremonienmeister des Papstes Msgr. Guido Marini.

Adoratio 2011 umfasste 14 Konferenzen, Workshops, die Feier der Hl. Messe in der neuen und in der älteren Form, Anbetung während der ganzen Nacht und das Stundengebet. Ungefähr 300 ständige Teilnehmer waren anwesend, dazu noch weitere Tages-Teilnehmer. Die Konferenzen wurden in die Hauptsprachen (auch ins Deutsche) simultan übersetzt.

Die Konferenz schloss mit der Feier des Fronleichnamsfestes zusammen mit Papst Benedikt XVI. vor der Lateranbasilika und der anschließenden eucharistischen Prozession nach Santa Maria Maggiore.

Pfarrer Florian Racine, der Gründer der Missionare der Allerheiligsten Eucharistie und Hauptorganisator, hatte im Vorfeld betont:

„Wir sind zuversichtlich, dass diese Konferenz einen wichtigen Beitrag zu einem neuen Frühling für die Eucharistische Anbetung leisten wird, die Papst Benedikt so am Herzen liegt. Wir wurden beschämt von so vielen Menschen, die schon so viel dafür gegeben haben, um diese Konferenz großartiger werden zu lassen, als wie je zu hoffen gewagt hatten. „Adoratio 2011“ verspricht ein bedeutendes internationales Ereignis im Leben der Kirche im Jahre 2011 zu werden.”

In den Redebeiträgen wurde betont, dass die Kirche einen Aufschwung der eucharistischen Anbetung erlebe. In mehreren Vorträgen wurde dabei auf das Vorbild des Papstes beim Weltjugendtag in Köln 2005 verwiesen, als bei der Vigil mit Hunderttausenden von Jugendlichen die stille Verehrung Jesu Christi im Altarssakrament den Höhepunkt der abendlichen Feier vor Mariä Himmelfahrt darstellte.

Bischof Rey erinnerte an einen Satz der französischen Philosophin Simone Weil, die nach ihrer Bekehrung gesagt hatte: „Endlich habe ich jemanden entdeckt, vor dem ich in die Knie gehen kann.“ Im Zentrum der Glaubensweitergabe müsse zunächst die gläubige Annahme des Opfers Jesu Christi stehen, der sich dem Vater hingegeben habe, um zum Heil für alle zu werden.

Kardinal Ranjith erklärte in seiner Rede, warum ihm die Messe nach der außerordentlichen Form am Herzen liege. Eine Eucharistie ohne den anbetenden Blick auf Jesus Christus sei eine Verarmung. Deshalb bevorzuge er die betende Atmosphäre in dieser Form, wo die Partizipation der Gemeinde geschlossener und gesammelter sei.

Kardinal Canizares, der Vorsitzende der Kongregation für den Gottesdienst, betonte in seinem Referat den unmittelbaren Zusammenhang zwischen eucharistischer Anbetung und Mission. Gerade im säkularen Umfeld von heute sei eine öffentliche Manifestation des Glaubens notwendig. Die Gläubigen sollten zeigen, woran sie glauben, und das sei eben auch die Gegenwart Jesu in der Eucharistie. Jesus Christus habe die Kirche am Kreuz hervorgebracht. Durch die unblutige Wiederholung dieses Kreuzesopfers baue sich die Kirche weiter auf. Wer den eucharistischen Herrn anbete, schließe sich diesem Opfer an.

Während Kurienkardinal Raymond Burke über die Bedeutung der eucharistischen Anbetung in der Ausbildung der Priester sprach, ging Kardinal Piacenza in seiner Predigt während einem der Gottesdienste auf dem Kongress wieder auf den Zusammenhang zwischen eucharistischer Anbetung und Evangelisierung ein und betonte, man könne eine wahre Reform nur den absoluten Primat Gottes erreichen, der in der Anbetung Jesu Christi sichtbar werde.

Anbetung sei ein gemeinschaftliches Geschehen, das die Einheit der Gläubigen fördere, wurde in mehreren Redebeiträgen hervorgehoben.

Ein leuchtendes Beispiel für die Früchte der Anbetung sei die Ordensgründerin Mutter Teresa, deren lange Stunden der Anbetung der Eucharistie die Grundlage gewesen sei für ihre Arbeit der Nächstenliebe an den Armen.(jb)