Der Exodus hat begonnen: 35.000 Menschen flüchten aus dem Norden vor Boko Haram

Christen verlassen Nigeria: 250 Todesopfer seit Anfang des Jahres

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WIEN, 25. Januar 2012 (ZENIT.org/KIN). - Berichten zufolge, die die internationale katholische Hilfsorganisation „Kirche in Not” am 24. Januar 2012 von Repräsentanten der Kirche in Nigeria erhielt, haben an die 35.000 Menschen ihre Häuser aufgrund anhaltender Gewalt verlassen. Augenzeugen berichteten: „Die Menschen laufen einfach davon. Sie fliehen in Gebiete wie Jos und weiter südlich, in denen sie glauben, sicher zu sein.” Ein Flüchtling ergänzte: „Es herrscht Panik. Viele haben alles zurück gelassen und laufen um ihr Leben, weil sie nicht wissen, wann die Gewalt wieder auflodert.”

Eine große Zahl der Flüchtlinge sind Christen. Sie berichteten, dass Kirchen in Maidiguri, im Bundesstaat Borno und in Bauchi im Bundesstaat Bauchi am Sonntag, dem 22. Januar zerstört worden waren. „Das anvisierte Ziel von Boko Haram ist es, alle Christen aus dem Norden zu vertreiben”, bestätigte ein Zeuge gegenüber „Kirche in Not”. Abul Qaqa, der Sprecher der muslimischen Sekte Boko Haram, stellte den Christen bereits Anfang Januar ein dreitägiges Ultimatum, den Norden zu verlassen.

Laut Human Rights Watch wurden bereits 935 Menschen seit der Gründung von Boko Haram getötet. Diese Zahl enthält bereits die mehr als 250 Opfer seit Beginn 2012.