Der Festakt zur Ankunft des Papstes in Rio de Janeiro

Der Heilige Vater unterstreicht die Bedeutung der Jugend

Rio de Janeiro, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 432 klicks

Gestern um 15.40 Uhr Ortszeit landete Papst Franziskus auf brasilianischem Boden und wurde auf dem Flughafen Rio de Janeiros „Galeão/Antonio Carlos Jobim“ von einer Delegation empfangen, zu der die Präsidentin Dilma Rousseff, der Erzbischof von Rio de Janeiro, Msgr. Orani João Tempesta, der Erzbischof von Aparecida und Präsident der Päpstlichen Konferenz Brasiliens, Kardinal Raymundo Damasceno Assis, der Gouverneur Rio de Janeiros, Sérgio CabralFilho, der Bürgermeister Rio de Janeiros, Eduardo Paes und der päpstliche Nuntius, Msgr. Giovanni d’Aniello, gehörten.

Der anschließende Weg zum Willkommensfestakt im Präsidentenpalast von Guanabara wurde von einer dichten Menge von Pilgern verlangsamt, die sich an den Straßenrändern versammelt hatte, um den Papst zu begrüßen, der auf halber Strecke den Wagen wechselte und in einen offenen Jeep stieg. Seine auf 17.00 Uhr geplante Ankunft im Palast verzögerte sich dadurch um eine Stunde.

Nach der Begrüßungsrede der Präsidentin sagte Papst Franziskus: „ In seiner liebevollen Vorsehung hat Gott gewollt, dass mir meine erste internationale Reise während meines Pontifikats die Möglichkeit gibt, in das geliebte Lateinamerika zurückzukehren, genauer nach Brasilien. Eine Nation, die sich ihrer engen Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl, ihres tiefen Glaubens und ihrer Freundschaft mit dem Nachfolger Petri rühmt, die sie immer auf einzigartige Weise zu zeigen weiß. Ich danke für diese göttliche Gunst.“

Um das brasilianische Volk kennenzulernen, müsse man durch die Tür seines großen Herzens eintreten. Papst Franziskus bat die Brasilianer, indem er „demütig an diese Tür klopfe“, hereinkommen und mit ihnen diese Woche verbringen zu dürfen.

„Ich habe weder Gold noch Silber, aber ich bringe das wertvollste mit, das mir gegeben worden ist: Jesus Christus! Ich komme in seinem Namen, um eine Flamme der Brüderlichkeit am Leben zu erhalten, die in jedem Herz leuchten möge“, so der Papst.

Nachdem er der Präsidentin und den anderen Anwesenden gedankt hatte, sprach Papst Franziskus über den Schwerpunkt seiner päpstlichen Reise: die Jugendlichen aus der ganzen Welt zu treffen, Pilger, die aus verschiedenen Kontinenten kämen, die unterschiedliche Sprachen sprächen, die vielfältige Kulturen mitbrächten und doch alle in Christus Antworten auf ihre Bestrebungen fänden. In ihm könnten sie ihren Hunger nach einer reinen Wahrheit und einer authentischen Liebe stillen, der sie jenseits aller Unterschiede miteinander verbinde.

Die Freundschaft mit Christus setze eine starke Energie in den Herzen der jungen Menschen frei. Das Thema des Weltjugendtages „Geht, und macht zu Jüngern alle Völker“ (Mt 28,19) bedeute, über die Grenzen hinauszugehen und eine Welt von Brüdern zu schaffen. Er erinnerte die Familien, die kirchlichen Gemeinschaften und alle Anwesenden daran, dass die Zukunft zum größten Teil von der neuen Generationen abhinge.

Der Pontifex zitierte die brasilianische Redewendung: „Die Kinder sind die Pupille unserer Augen“ und stellte die Frage, was aus uns würde, wenn wir uns nicht um unsere Augen kümmern würden. Er appellierte an alle, sich in der kommenden Woche von dieser provozierenden Frage anfragen zu lassen. Die Jugend sei das Fenster, durch das die Zukunft in die Welt komme und uns vor viele Herausforderungen stelle. Den jungen Menschen müsse ein Raum zugebilligt werden, der es ihnen ermögliche, sich zu verwirklichen, ihren „Durst nach authentischem Glück“ zu stillen. Ihnen müsse eine Welt zur Verfügung gestellt werden, die den Bedürfnissen eines menschlichen Lebens entspricht. Es sei wichtig, sie zu Protagonisten von morgen und an einem Schicksal aller mitverantwortlich zu machen.

Am Ende seiner Rede bat Papst Franziskus alle um das „nötige Einfühlungsvermögen“, einen solchen Dialog aufzunehmen. Er sagte: „In diesem Augenblick weiten sich die Arme des Papstes, um die ganze brasilianische Nation in ihrem vielschichtigen menschlichen, kulturellen und religiösen Reichtum zu umarmen.“ Keiner solle sich von der Zuneigung des Papstes ausgeschlossen fühlen. Er habe die Absicht, alle in seinem Gebet vor Unsere Liebe Frau von Aparecida zu tragen und um ihren Schutz für ihre Häuser und Familien zu bitten.

Anschließend fanden im „Grünen Saal“ die privaten Treffen des Papstes mit den anwesenden Autoritäten statt, nach deren Abschluss sich der Pontifex nach Sumaré begab, wo er bis Mittwoch bleiben wird.