Der Geist von Medjugorje weht in Wien

Großes Friedensgebet im Wiener Stephansdom

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WIEN, 16. September 2009 (ZENIT.org).- Gestern, Dienstag, am Gedenktag der Schmerzen Mariens, konnten Tausende von Menschen im Wiener Stephansdom den Geist von Medjugorje einatmen. Dem großen Gebetstreffen im Zeichen der Friedenskönigin war eine neuntägige Novene vorausgegangen, die verschiedene Gebetsgruppen und Ordensgemeinschaften gestaltet hatten (ZENIT berichtete).



Das Treffen stand unter dem Motto „Message for you!“ und war von der „Oase des Friedens“, der „Gebetsaktion Maria-Königin des Friedens-Medjugorje“ und von der „Johannesgemeinschaft des Souveränen Malteser Ritterordens“ organisiert worden. Besonderer Ehrengast war Marija Pavlovic-Lunetti, eine der sechs inzwischen erwachsen gewordenen „Kinder“ aus Medjugorje, die seit dem 24. Juni 1981 Erscheinungen der Muttergottes bezeugen.

Werke der Nächstenliebe und Heilungen

Das Programm begann bereits um 16.00 Uhr mit einem Lobpreis und persönlichen Erfahrungsberichten von Menschen, die durch das Gebet zur Gottesmutter Heilung erfahren hatten oder auch zu Werken der Nächstenliebe inspiriert wurden. So erzählte Magnus MacFarlane-Barrow, wie er durch Medjugorje animiert wurde, ein Hilfswerk zu gründen, das jedem Kind auf der Welt eine warme Mahlzeit pro Tag ermöglichen soll. „Ich weiß, das klingt vielleicht verrückt, aber viel verrückter ist doch, dass heute noch immer Millionen von Kinder sterben müssen, weil sie nichts zum Essen haben“, erklärte der junge Schotte, dessen Hilfswerk „Mary's Meals“ inzwischen weltweit 375.000 Kinder in den ärmsten Ländern der Welt täglich mit einer warmen Mahlzeit versorgt. „Heute können wir zum Beispiel in Malawi mit weniger als 10 Euro ein Kind ein ganzes Jahr lang ernähren. Überall entsteht damit der gleiche Effekt: die gesättigten Kinder kommen wieder zur Schule.“

Georg Pospischil, ein älterer Herr aus Österreich, bezeugte, wie durch seine Teilnahme am Medjugorje-Gebetstreffen vor einem Jahr im Wiener Stephansdom und durch sein inständiges Gebet zur Gottesmutter seine Frau von einer schweren Lebererkrankung geheilt wurde. „Der Seher Ivan hatte im Dom eine Vision der Muttergottes und sprach danach davon, dass Gott alle heilen möchte. Ich dachte mir damals: Wenn er es sagt, dann muss ich es glauben, und schrieb am Abend in mein Tagebuch: Ich glaube fest daran, dass meine Frau geheilt wird.“

Eine Einladung, zu Gott zurückzukehren

Der Dom war bis auf den allerletzten Platz gefüllt, als danach Maria Pavlovic-Lunetti erzählte, wie sich ihr Leben durch die täglichen Erscheinungen der Muttergottes allmählich verändert hat. „Niemand von uns hätte sich so etwas erträumen können. Wir fragten uns: Warum wurden gerade wir für diese Gnade auserwählt? Wir sind doch nicht die besten. Die Gospa (Muttergottes auf Kroatisch, Anm. d. Red.) lud uns zur Bekehrung ein. Mit jedem Tag wurde unser Gebet tiefer und stärker. Wir begannen Opfer zu bringen für die Anliegen der Muttergottes. Die Gospa begann unsere Herzen zu bekehren und bat uns, Gebetsgruppen zu gründen. Sie spornte uns an, noch mehr zu tun und in unserem Herzen damit zu beginnen.“ Maria Pavlovic-Lunetti erklärte weiter, dass Medjugorje eine Einladung der Muttergottes sei, „zu Gott zurückzukehren. Ich bin überzeugt, dass die Erde ohne Gott keine Zukunft hat.“ Sie sei daher „dankbar, dass ich eure Diözese besuchen kann, um eure Herzen der Muttergottes zu übergeben. Jeder von euch soll sich verwandeln und zu Trägern des Lichts werden, die Frieden bringen in diese friedlose Welt.“

Nach dem Bericht von Maria Pavlovic-Lunetti stimmten die Verantwortlichen der Gebetskreise das Gebet des Rosenkranzes an, gefolgt von einem weiteren Rosenkranzgesätzchen, das die Seherin vorbetete und dann plötzlich abbrach, als ihr in diesem Moment die Muttergottes erschien. Es trat eine große Stille im Dom ein und eine Atmosphäre des Friedens, wie er von vielen Menschen auch in Medjugorje erlebt wird.

Jeder ist berufen mitzuarbeiten

Msgr. Dr. Leo Maasburg, der Nationaldirektor von Missio - Päpstliche Missionswerke in Österreich, zelebrierte anschließend eine heilige Messe, umringt von vielen Konzelebranten. In seiner Predigt sprach er vom „stillen Schrei, dem Schrei von Millionen von Kindern Gottes, die auch dieses Jahr wieder verhungern werden“ und erinnerte daran, dass „auch wir berufen sind, stellvertretend mitzuarbeiten am Werk der Erlösung, indem wir wie der Heilige Paulus sagen können: Ich ergänze an meinem Leib, in meinem Leiden, was an dem Leiden Christi noch fehlt.“ Monsignore Maasburg erneuerte am Ende der Messe die Weihe der anwesenden Gläubigen an das Herz Mariens.

Kardinal Schönborn: „Ein großes Geschenk!“

Danach folgte noch eine Überraschung, als sich zur Anbetungsstunde vor dem Allerheiligsten der Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, dem Gebet im Dom anschloss. Er zeigte sich sichtlich bewegt vom Andrang so vieler Menschen und vor allem der vielen Jugendlichen im Dom. „Wir dürfen dem Herrn danken, dass durch seine Mutter so viele Menschen zur Liebe Gottes geführt werden, dass so viele Bekehrungen geschehen, dass die Menschen wieder zur Beichte gehen und eine Liebe zur Eucharistie entwickeln. Versöhnungen in den Familien treten wieder ein und Menschen erfahren Heilung von Drogen und anderen Süchten.“ Es sei ein „großes Geschenk, dass die Muttergottes allen ihren Kindern so nahe sein will.“ Sie habe diese Nähe bereits an vielen Orten gezeigt und seit vielen Jahren auf besondere Weise auch in Medjugorje. Der Kardinal sprach von einem „Zeichen der Zeit, dass Maria durch so einfache Zeichen die Menschen berührt.“ Dem Dank des Kardinals folgte auch eine persönliche Bitte, und zwar für das Gelingen des missionarischen Projekts Apostelgeschichte 2010 zu beten, das im kommenden Jahr in der Erzdiözese Wien als eine Initiative zur Neuevangelisierung durchgeführt wird.