Der Glaube kann alles

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 273 klicks

Die Kirche sei voll von Christen, die nur zum Teil überzeugt seien. Der Glaube hingegen könne alles, aber man müsse sich Gott anvertrauen. So die Worte von Papst Franziskus in der heutigen Predigt während der Morgenmesse in Santa Marta. Ausgangspunkt seiner Überlegungen war erneut der erste Johannesbrief.

„Jeder bleibt in Gott, jeder kommt von Gott, jeder bleibt in der Liebe, die über die Welt siegt, und unser Sieg ist unser Glaube. Von unserer Seite der Glaube, von Gottes Seite – für dieses ‚Bleiben‘ –der Heilige Geist, der dieses Werk der Gnade vollbringt. Von unserer Seite der Glaube. Das ist stark! Und das ist der Sieg, der die Welt bezwungen hat: Unser Glaube! Unser Glaube kann alles! Es ist der Sieg! Und es wäre schön, wenn wir das wiederholen könnten, auch uns, denn oft sind wir besiegte Christen. Die Kirche ist voller besiegter Christen, die nicht daran glauben, dass der Glaube der Sieg ist; die nicht diesen Glauben leben, denn wenn man diesen Glauben nicht lebt, dann kommt die Niederlage und die Welt gewinnt, der Prinz der Welt.“

Papst Franziskus fuhr fort, der Glaube fordere von den Gläubigen zwei Verhaltensweisen: bekennen und sich anvertrauen, wobei das Bekennen wichtiger sei.

„Der Glaube ist, sich zu Gott zu bekennen, dem Gott, der sich uns zugewandt hat, von der Zeit unserer Väter an bis heute; dem Gott der Geschichte. Und das ist das, was wir täglich im Glaubensbekenntnis sagen. Und eine Sache ist, das Glaubensbekenntnis von Herzen zu sprechen und eine andere, wie Papageien zu sprechen, nicht wahr? Ich glaube, ich glaube an Gott, ich glaube an Jesus Christus, ich glaube… Glaube ich an das, was ich sage? Ist dieses Glaubensbekenntnis echt, oder sage ich sie ein bisschen auswendig auf, weil man das sagen muss? Oder glaube ich zur Hälfte? Den Glauben bekennen! Ganz, nicht nur einen Teil! Ganz! Und diesen Glauben ganz schützen, so wie er zu uns gekommen ist, über den Weg der Tradition: der ganze Glaube! Und wie kann ich wissen, ob ich den Glauben richtig bekenne? Es gibt ein Zeichen: Wer den Glauben gut bekennt, den ganzen Glauben, hat die Fähigkeit anzubeten, Gott anzubeten.“

Der Pontifex sagte, Gott zu danken sei eine Sache, ihn anzubeten eine andere. Nur wer einen starken Glauben habe, sei in der Lage, den Herrn anzubeten. Aus diesem Grund sei es so wichtig, den Glauben zu bekennen und ihn zu schützen. Hinzu komme die Fähigkeit, sich anzuvertrauen.

„Der Mann oder die Frau, die glauben, vertrauen sich Gott an: Sie vertrauen sich an! Paulus hat in einem dunklen Moment seines Lebens gesagt, er wisse genau, wem er sich anvertraut habe. Gott! Dem Herrn Jesus! Sich anvertrauen: Das macht uns Hoffnung. So, wie uns das Bekennen des Glaubens zur Anbetung führt und das Preisen zu Gott, führt uns das Sich-Anvertrauen zu einem hoffnungsvollen Verhalten. Es gibt zu viele Christen, die eine zu verwässerte Hoffnung haben, nicht stark genug: eine schwache Hoffnung. Warum? Weil sie nicht die Kraft und den Mut haben, sich dem Herrn anzuvertrauen. Aber wenn wir Christen glauben, indem wir den Glauben bekennen, und ihn schützen, zu Wächtern des Glaubens werden und uns Gott anzuvertrauen, dem Herrn, werden wir siegreiche Christen sein. Und das ist der Sieg, der die Welt bezwungen hat: unser Glaube!“