Der Glaube, Quelle des Lichts in schwierigen Augenblicken

Erdbeben in Italien: Botschaft Benedikts XVI. an den Erzbischof von L'Aquila

| 1225 klicks

ROM, 29. April 2009 (ZENIT.org).- Aus Anlass des gestrigen Besuchs von Papst Benedikt XVI. in der Erdbebenregion in Mittelitalien veröffentlichen wir die offizielle Übersetzung der Botschaft, die der Heilige Vater dem Erzbischof von L'Aquila, Msgr. Giuseppe Molinari, anlässlich der Trauerfeier für die Todesopfer hat zukommen lassen. Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone hatte die heilige Messe am Karfreitag im Namen des Papstes gefeiert.

***

An Seine Exzellenz Erzbischof Giuseppe Molinari
und an euch alle, liebe Brüder und Schwestern im Herrn

In diesen dramatischen Stunden, in denen eine schreckliche Tragödie dieses Land heimgesucht hat, bin ich im Geiste bei euch, um euer Leid zu teilen und Gott zu bitten, den Opfern die ewige Ruhe zu schenken, den Verletzten baldige Genesung und allen die Kraft, auch weiterhin zu hoffen, ohne den Mut zu verlieren. Ich habe meinen Staatssekretär gebeten, den Vorsitz zu übernehmen in dieser außerordentlichen liturgischen Feier, in der die christliche Gemeinschaft ihren Verstorbenen nahe ist, um ihnen den letzten Gruß zu erweisen. Ihm und meinem Privatsekretär vertraue ich die Aufgabe an, persönlich all jenen meine tiefe Anteilnahme zu übermitteln, die um ihre in der Katastrophe ums Leben gekommenen Angehörigen und Freunde trauern.

In Augenblicken wie diesem ist der Glaube Quelle des Lichts und der Hoffnung. Gerade in diesen Tagen spricht er zu uns vom Leiden des Sohnes Gottes, der für uns Mensch geworden ist: Sein Leiden, sein Tod und seine Auferstehung mögen allen eine Quelle des Trostes sein und einem jeden das Herz öffnen zur Betrachtung jenes Lebens, in dem »der Tod nicht mehr sein wird, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen« (Offb 21,4).

Ich bin sicher, daß durch den Einsatz aller den dringendsten Nöten abgeholfen werden kann. Die Heftigkeit das Erdbebens hat außergewöhnlich schwierige Situationen geschaffen. Ich habe die Entwicklungen des verheerenden tellurischen Phänomens verfolgt, vom ersten Erdstoß an, der auch im Vatikan zu spüren war, und ich habe mit Wohlwollen gesehen, daß es eine wachsende Welle der Solidarität gab, durch die die ersten Hilfsmaßnahmen organisiert wurden, im Hinblick auf eine immer stärkere Aktivität von seiten des Staates, der kirchlichen Einrichtungen und der Privatpersonen.

Der Heilige Stuhl möchte seinen Teil dazu beitragen, vereint mit den Pfarreien, den Ordensinstituten und den Laienvereinigungen. In dieser Stunde muß Einsatz gezeigt werden, im Einvernehmen mit den Staatsorganen, die bereits in lobenswerter Weise tätig sind. Nur mit Hilfe von Solidarität können so schmerzhafte Prüfungen überstanden werden.

Der allerseligsten Jungfrau vertraue ich die Personen und Familien an, die von dieser Tragödie betroffen sind, und durch ihre Fürsprache bitte ich den Herrn, jede Träne zu trocknen und jede Wunde zu heilen, und sende einem jeden meinen besonderen, trostreichen Apostolischen Segen.

Aus dem Vatikan, am 9. April 2009

 

BENEDIKT PP. XVI.

 

 

© Copyright 2009 - Libreria Editrice Vaticana