Der "gute" Papst Johannes XXIII.

Biographische Anmerkungen zum 50. Todestag

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 514 klicks

Der selige Johannes XXIII., der am 3. Juni vor 50 Jahren verstarb, ist als „Konzilspapst“ in die Geschichte eingegangen. Am 25. Januar 1959 kündigte er in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern die Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils an, das am 11. Oktober 1962 eröffnet wurde. Vor fast 13 Jahren, am 3. September 2000, wurde er vo Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Paul VI., der Nachfolger von Johannes XXIII., hatte 1970 das Seligsprechungsverfahren eröffnet.

Als Johannes XXIII. 1958 sein Pontifikat antrat, hatte die Weltöffentlichkeit wegen seines hohen Alters und seiner konservativen Haltung mit einem Übergangspontifikat gerechnet. Doch Johannes XXIII. vermochte es, seinem nur 4 Jahre und 7 Monate dauernden Pontifikat eine persönliche Prägung zu geben und bedeutende Reformen einzuleiten. Während seines Pontifikats setzte sich Johannes XXIII. vor allem für die Ökumene und den Erhalt des Friedens ein, wie zum Beispiel während der Kubakrise. Johannes XXIII. führte außerdem Veränderungen, wie zum Beispiel im Zeremoniell, ein. Insgesamt acht Enzykliken verfaßte Johannes XXIII. als Papst; die bedeutendste ist die sogenannte „Friedenssenzyklika“, „Pacem in terris“, aus dem Jahr 1963.

Johannes XXIII., der am 25. November 1881 geboren wurde, stammte aus einer einfachen, bäuerlichen Großfamilie in Sotto il Monte in der Provinz Bergamo. Eigentlich hätte er, der Familientradition folgend, im väterlichen Betrieb arbeiten sollen, doch schon früh hatte sich die besondere Begabung Angelo Giuseppe Roncallis, wie Johannes XXIII. mit bürgerlichem Namen hieß, gezeigt, und der Dorfpfarrer nahm sich der Ausbildung des Jungen an.

Der Vater stand zunächst dem Vorhaben seines Sohnes, Priester zu werden, ablehnend gegenüber, doch schließlich bewilligte er die Aufnahme Angelos ins Priesterseminar, in das Angelo im Jahr 1892 eintrat. Angelo Giuseppe Roncalli konnte dank eines Stipendiums in Rom Theologie studieren und schloss seine Studien 1904 mit einer Promotion ab. Im selben Jahr, am 10. August 1904, erhielt Roncalli die Priesterweihe.

Von 1905 bis 1914 war Roncalli als Sekretär des Bischofs von Bergamo, Graf Radini-Tedeschi tätig, den er auch auf dessen zahlreichen Auslandsreisen begleitete. Während des Ersten Weltkriegs war Roncalli Sanitätssoldat und Militärseelsorger und kümmerte sich persönlich um Kranke und Verwundete. Auch nach dem Krieg arbeitet er weiter als Seelsorger und widmete seine Tätigkeit Jugendlichen und Studenten.

1921 folgte Roncalli dem Ruf Benedikts XV. nach Rom, der ihn zum Präsidenten des Zentralrates des Päpstlichen Missionswerkes in Italien ernannt hatte. In den folgenden Jahren war Roncalli im diploamtischen Dienst des Vatikan tätig. 1925 wurde er Apostolischer Visitator in Bulgarien, wo er sich dem interreligiösen Dialog zwischen Orthodoxen und Katholiken widmete. Kurz vor Antritt des Amtes hatte er am 19. März 1925 die für die Ausübung des Amtes erforderliche Bischofsweihe empfangen. Sein Wahlspruch lautete: „Oboedientia et Pax“ (Gehorsam und Friede). 1931 wurde er Apostolischer Delegat in Mesembria. Mittlerweile war Roncalli zum Titularbischof von Areopolis ernannt worden. Seine diplomatische Laufbahn setzte Roncalli 1934 als Apostolischer Delegat und Vikar in Istanbul fort, 1944 wurde er Apostolischer Nuntius in Frankreich.

Roncalli wurde am 12. Januar 1953 von Papst Pius XII. zum Kardinal erhoben mit der Titelkirche Santa Prisca und zum Patriarchen von Venedig ernannt.

Roncalli wurde nach dem Tod von Pius XII. am 28. Oktober 1958 im 11. Wahlgang im Alter von 77 Jahren zum Papst gewählt. Die Inthronisation erfolgte am 4. November. Papst Johannes XXIII. begrüßte und überraschte die Menschen mit den Worten: „Ich bin Josef, euer Bruder.“

Seit der Seligsprechung ruht der mumifizierte Leichnam von Johannes XXIII. im Petersdom unter dem Altar des heiligen Hieronymus in einem Glassarg.