Der Haushaltplan 2012 des Heiligen Stuhls liegt vor

Der Kardinalsrat ermutigt zur Reform und dankt den Gläubigen für ihre Unterstützung

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 344 klicks

Wie Radio Vatikan berichtet, ging heute im Vatikan die zweitätige Sitzung des Kardinalsrats unter dem Vorsitz des Staatsekretärs Kardinal Tarcisio Bertone zu den organisatorischen und ökonomischen Schwierigkeiten des Heiligen Stuhl zu Ende. Die Versammlung wurde gestern von Papst Franziskus besucht, der mit den Anwesenden ein Gespräch über die Ziele und den Nutzen des Rates führte und sie einlud, sich regelmäßiger zu treffen.

Nach dem Einführungsvortrag von Kardinal Bertone und Kardinal Giuseppe Versaldi, Präsident der Präfektur für Wirtschaftsangelegenheiten, verlas der Leiter für Rechnungswesen, Stefano Fralleoni, die Endabrechnung des Haushaltes des Heiligen Stuhls von 2012. Der Haushalt umfasst vier Bereiche: Heiliger Stuhl – Römische Kurie, Heiliger Stuhl –Pastoral, Heiliger Stuhl – Caritas und Vatikanstaat, die von Msgr. Vallejo Balda, Sekretär der Präfektur für Wirtschaftsangelegenheiten, kurz umrissen wurden.

Der Haushalt 2012 schließe mit einem Gewinn von 2.185.622 Euro, so Radio Vatikan, was nicht zuletzt auf eine gute Haushaltsführung zurückgehe. Einen der höchsten Kostenpunkte stellten die Ausgaben für die Angestellten des Vatikans dar, deren Zahl sich am 31. Dezember 2012 auf 1936 Personen belaufen habe. Die Endabrechnung zeige, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise auch am Heiligen Stuhl nicht vorüber gezogen sei, und spiegle das ökonomische Klima weltweit wieder. Besonders die Spendengelder seien um einiges zurückgegangen, was ein Vergleich mit den Vorjahren zeige.

Das Institut für „Opere di Religione“ (IOR), ließ dem Papst wie jedes Jahr eine Summe für sein karitatives Schaffen zukommen. 2012 handelte es sich um 50.000.000 Euro, von denen 1.000.000 Euro zur Unterstützung des Amazonas dienten, 1.500.000 die Klöster in Klausur (Pro orantibus) unterstützten, 1.500.000 Euro die Kirche der ehemaligen Sowjetunion, 1.000.000 die Kirche Lateinamerikas, sowie niedrigere Beträge für weitere Projekte.

Wie Radio Vaikan berichtet, waren sich die Teilnehmer des Treffens darin einig, mutig neue Wege zur Kostenreduzierung zu gehen, indem die existierenden Organe vereinfacht und rationalisiert werden sollten, basierend unter anderem auf einer genaueren Planung der Aktivitäten der einzelnen Stellen basieren. Sie dankten besonders den – häufig anonymen – Spendern, die die Tätigkeiten des Heiligen Vaters trotz der Wirtschaftskrise unterstützt hätten.