Der heilige Antonius

Einsiedler und Mönchsvater

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 1013 klicks

Antonius Eremita lebte im 3. Jahrhundert nach Christus und stammte aus einer sehr begüterten Familie. Im Alter von ungefähr 20 Jahren, um das Jahr 275, verschenkte Antonius sein Vermögen an die Armen und zog sich in die Einsamkeit zurück, um fortan als Einsiedler zu leben.

Um ihn scharte sich eine immer weiter wachsende Schar an Jüngern, so dass sich der Heilige schließlich auf den Berg Kolzim am Roten Meer begab. In der Einsiedelei war Antonius zahlreichen Versuchungen ausgesetzt, doch dank seines festen Glaubens widerstand er allen irdischen Reizen.

Antonius führte dennoch kein Leben in vollkommener Abgeschiedenheit, sondern hatte stets ein offenes Ohr für die Belange seiner Mitmenschen und stand ihnen mit Rat zur Seite. Er nahm sich der Armen, Kranken, Gefangenen und der unter Kaiser Maximinus verfolgten Christen an, die er beständig in ihrem Glauben ermutigte.

Der Legende nach träumte Antonius, dass sich ein weiterer Einsiedler in seiner Umgebung befinde. Er brach auf, um die Person zu suchen. Den Weg wiesen ihm ein Wolf, ein Hippocentaurus und ein Satyr. Schließlich gelangte Antonius zur Einsiedelei des Paulus. Keiner der beiden wollte beim Mittagsmahl das Brot brechen, da jeder den anderen für würdiger hielt. Sie brachen das Brot gemeinsam. Als Antonius auf dem Heimweg war, sah er, wie die Seele des Paulus von Engeln emporgetragen wurde und kehrte auf der Stelle um, um den Leichnam mit der Hilfe zweier Löwen zu bestatten.

Mit der Zeit siedelten sich immer mehr Menschen in der Nähe der Einsiedelei des Antonius an, und zahlreiche kleine Unterkünfte und Einsiedeleien entstanden. Antonius wird deshalb auch der Vater des Mönchtums genannt.

Antonius soll sehr alt geworden und mit 105 Jahren gestorben sein. Es heißt, er habe vor seinem Tod seine Brüder verabschiedet und sich anschließend von ihnen an einem geheimen Ort bestatten lassen. Deshalb wurden die Überreste des Heiligen auch erst 561 gefunden und nach Alexandria überführt. Im Jahr 635 gelangten sie nach Konstantinopel. Um das Jahr 1000 wurde ein Großteil der Reliquien in die Klosterkirche in St. Didier-de-la-Tour und 1491 in die Kirche St-Julien in Arles gebracht. Reliquien des heiligen Antonius befinden sich außerdem im Stammkloster der Antoniter in St. Antoine-l'Abbaye.