Der heilige Christophorus

Vom Ungeheuer zum Märtyrer und Nothelfer

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 313 klicks

Christophorus ist einer der meistdargestellten Heiligen in der abendländischen Kunst. Meist wird er als jugendlicher Märtyrer dargestellt. Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts setzt sich — Bezug nehmend auf die Heiligenlegende — immer mehr der Typ des Riesen durch, der das Christuskind sicher durch das Wasser trägt. Als Attribut wird Christophorus stets ein Wanderstab beigegeben, aus dem Blätter treiben.

Die Darstellung fußt auf den vielen Legenden, die sich um den aus den Kanaa stammenden Heiligen ranken. Demnach soll Christophorus ein menschenfressendes Ungeheuer aus dem Volk der Kynokephalen gewesen sein, das auf den Namen Reprobus hörte. Stets auf der Suche nach dem mächtigsten Herrscher auf der ganzen Welt folgte er zunächst einem König, dann dem Teufel, der in die Figur eines Spielmanns geschlüpft war. Christophorus hatte bemerkt, dass der König sich bekreuzigte und ängstigte, als der Spielmann den Teufel erwähnte, und wollte deshalb zu dessen Gefolge gehören. Der Teufel hatte in der Zwischenzeit die Gestalt eines grausamen Ritters angenommen. Doch Reprobus diente ihm nicht lange, denn der Ritter floh eilends, als sie an einem Kreuz vorbeikamen. Reprobus zog weiter und traf auf einen Einsiedler, der ihm von Christus und dessen Allmächtigkeit erzählte.

Da an dem Fluss, wo der Einsiedler lebte, jemand benötigt wurde, der die Menschen von der einen auf die andere Flussseite brachte, beauftragte er das Ungeheuer mit dieser Aufgabe. In Wirklichkeit sollte Reprobus damit Christus dienen. Reprobus, dem es an Kräften nicht fehlte, führte den Auftrag aus. Eines Tages kam ein Knabe an das Ufer, und der Riese nahm ihn auf seine Schultern, um ihn unversehrt an die andere Uferseite zu bringen. Das Kind aber wurde so schwer, dass Reprobus es kaum tragen konnte. Gleichzeitig stieg das Wasser so weit an, dass der Riese glaubte, in den Fluten ertrinken zu müssen. Reprobus hatte Christus auf seinen Schultern getragen. Am nächsten Morgen grünte der Stab, den Reprobus immer bei der Durchquerung des Wassers mit sich geführt hatte. Reprobus wurde zu Christophorus, dem Christusträger. Nach der Taufe erhielt er ein menschliches Aussehen, die Sprachfähigkeit und zog missionierend durch die Lande.

Es heißt, er habe unter den Christenverfolgungen des Königs Dagnus/Decius zahlreiche Martyrien überlebt und der Versuchung durch die Prostituierten Nicaea und Aquilina im Gefängnis widerstanden, die er sogar zum christlichen Glauben bekehrte. Christophorus wurde um 250 enthauptet und seinen Reliquien Wunderwirkung nachgesagt. Wie er noch vor seinem Tod dem König prophezeit hatte, vermochte das Blut des Christophorus das blinde Auge des Königs zu heilen. So trat wurde auch der König bekehrt und trat zum Christentum über.

Der Kult des heiligen Christophorus breitete sich seit dem 5. Jahrhundert vor allem entlang der Pilgerstraßen aus. Heute ist er insbesondere als Schutzpatron der Autofahrer bekannt.