Der Heilige Geist, unser „innerer Kompass“

Kardinal Schönborn: Er zeigt uns, was gut ist und uns gut tut

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ROM/WIEN, 29. Mai 2009 (ZENIT.org).- Mit Blick auf das bevorstehende Pfingstfest weist der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn darauf hin, dass jeder Mensch den Heiligen Geist als „innere Orientierung" nötig habe. Der Heilige Geist helfe dabei, Gottes guten Geist und den Ungeist, der nicht von Gott komme, auseinanderzuhalten.

Neben dem „äußeren Halt", den die Zehn Gebote dem Menschen als „Wegweiser zu einem guten, geglückten Leben" böten, sei für ein erfülltes Leben auch ein „innerer Kompass" erforderlich: der Heilige Geist, schreibt der Vorsitzende er Österreichischen Bischofskonferenz in einem Beitrag für die heutige Ausgabe der Wiener U-Bahn-Zeitung.

Ob man sich vom Heiligen Geist - von diesem „Gespür des Herzens für das, was gut ist und uns gut tut, und für das, was uns und anderen zum Schaden wird" - leiten lasse oder nicht, das erkenne man, wenn man an den „Früchten" des Geistes Maß nehme, die der Völkerapostel Paulus aufgelistet habe: „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung" (Gal 5,22). Um sich zu vergewissern, rät Kardinal Schönborn zudem zu einem „Gegentest", wie er sich ausdrückt: „Mit wem ist es besser zusammenzuleben? Mit Menschen, die diese Haltungen haben - oder mit denen, die das Gegenteil tun?"



Die genannten „Früchte" des Heiligen Geistes gingen aus dem Glauben hervor, erläuterte Papst Benedikt XVI. in seiner 14. Katechese über den heiligen Paulus. „Am Anfang dieser Aufzählung von Tugenden wird die Agape, die Liebe, genannt und am Schluss die Selbstbeherrschung", so erinnerte der Bischof von Rom am 26. November 2008 im Vatikan die Teilnehmer der damaligen Mittwochs-Generalaudienz im Vatikan. „Tatsächlich gießt der Heilige Geist, der die Liebe des Vaters und des Sohnes ist, seine erste Gabe, die Agape, in unsere Herzen aus; und um sich in ihrer Fülle zum Ausdruck zu bringen, erfordert die Agape, die Liebe, die Selbstbeherrschung."

Von der Liebe des Vaters und des Sohnes, die den Menschen erreiche und sein Dasein zutiefst verwandle, habe er auch in seiner ersten Enzyklika Deus caritas est gesprochen, fügte der Heilige Vater hinzu. „Die Gläubigen wissen, dass in der gegenseitigen Liebe die Liebe Gottes und Christi durch den Heiligen Geist Fleisch annimmt."

Am Ende seiner Ausführungen ermutigte Benedikt XVI. alle Anwesenden, sich von der Liebe Gottes anstecken zu lassen und den Nächsten zu lieben. „Lassen wir uns also von der Versöhnung erreichen, die Gott uns in Christus geschenkt hat, von der ‚verrückten‘ Liebe Gottes zu uns: Nichts und niemand wird uns je von seiner Liebe scheiden können. In dieser Gewissheit leben wir. Diese Gewissheit schenkt uns die Kraft, den Glauben, der in der Liebe wirkt, konkret zu leben."

Die Pilger aus dem deutschen Sprachraum rief Papst Benedikt zu einem tätigen Glauben auf: „Der Heilige Geist möge uns leiten, damit unser Glaube im Dienst für den Nächsten stets Frucht bringe."