Der heilige Giovanni Bosco (1815-1888)

Wahre Religion besteht nicht nur in Worten, man muß sie in die Tat umsetzen

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 1270 klicks

Giovanni Bosco, der vor allem für seinen Einsatz im Bereich der Jugendarbeit bekannt ist, wurde am 16. August 1815 in Becchi, einem kleinen Ort in der Nähe von Turin, geboren. Da der Vater schon früh verstorben war, mußte die Mutter allein für ihre drei Söhne sorgen. Giovanni wuchs in einem tiefgläubigen Umfeld auf und schon früh erwachte in ihm der Wunsch, Priester zu werden.

Die dazu erforderliche Schulbildung erhielt der aus sehr ärmlichen Verhältnissen stammende Heilige zunächst bei einem Kaplan, der ihm die Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben vermittelte. 1830 wechselte Giovanni dann auf das Gymnasium in Chieri. Da der Unterricht einige Kilometer von seinem Heimatort stattfand, wohnte und arbeitete er bei einem Schneider.

Im Anschluß an seine Schulausbildung trat Giovanni im Alter von 20 Jahren in das Priesterseminar ein, und 1841 erfolgte seine Priesterweihe. Danach begab er sich nach Turin, wo er sich vor allem um Jugendliche kümmerte.

Dass sich Giovanni Bosco eines Tages benachteiligter Jugendlicher annehmen sollte, hatte sich schon in früher Kindheit abgezeichnet. Der Legende nach hatte er als Kind einen Traum, in dem er eine Gruppe sich schlagender und streitender Jungen trennen und Frieden stiften wollte. Eine Stimme ertönte: „Nicht mit Schlägen, sondern mit Güte wirst du sie zu Freunden gewinnen.“ Güte und Verständnis, Nächstenliebe und ein tiefer Glaube sollten die Hauptmerkmale von Giovanni Boscos Tätigkeit als Seelsorger und Priester werden: „In jedem jungen Menschen, auch in dem schlimmsten, gibt es einen Punkt, wo er dem Guten zugänglich ist, und so ist es die erste Pflicht des Erziehers, diesen Punkt, diese empfängliche Stelle des Herzens, zu suchen und zu nutzen.“ (Giovanni Bosco)

In Turin hatte Giovanni Bosco zahlreich Gelegenheit, verwahrloste und auf der Straße lebende Kinder und Jugendliche kennenzulernen und auf den rechten Weg zurückzubringen. Bosco verbrachte seine Zeit mit den Jugendlichen, hörte ihnen zu und erklärte ihnen im Katechismusunterricht den Glauben. Aus eigener Erfahrung wußte er sehr wohl, wie wichtig für eine bessere Zukunft der Jugendlichen das Erlernen des Lesens und Schreibens, die Aneignung schulischer Grundkenntnisse waren. Die Zahl der Jugendlichen, die sich um Don Bosco scharte, wuchs zunehmend. Die nunmehr circa 400 zu betreuenden Jugendlichen stellten auch eine räumliche Herausforderung dar, die Don Bosco mit der Gründung des Oratoriums im Arbeiterviertel Valdoco löste. Lehrwerkstätten, Volks-, Latein- und Berufschulen folgten.

Am 18. Dezember 1859 gründete Giovanni Bosco die „Gesellschaft des Heiligen Franz von Sales“, die Salesianer, denen heute circa 16.000 Mitglieder angehören. Gemeinsam mit der heiligen Maria Dominika Mazzarello folgte am 5. August 1872 die Gründung  des Instituts der Töchter Mariä Hilfe der Christen in Mornese (Piemont). 

Don Bosco starb am 31. Januar 1888 in Turin. Seine Heiligsprechung erfolgte am Ostersonntag 1934 durch Papst Pius IX.. Papst Johannes Paul II. erklärte Giovanni Bosco an dessen hundertsten Todestag zum „Vater und Lehrer der Jugend“. Giovanni Bosco ist in der Maria-Hilf-Basilika in Turin bestattet.