Der heilige Magnus von Füssen

Apostel des Allgäus

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 842 klicks

ROM, 6. September 2012 (ZENIT.org). - Der Benediktinermönch Magnus von Füssen ist historisch kaum fassbar. Über sein Leben und Wirken berichtet zum Beispiel der Benediktiner Othloh, der in Sankt Emmeram 1068 eine Vita über den Heiligen verfasste und sich dabei auch auf ältere Handschriften stützte. Die Glaubwürdigkeit dieser Manuskripte über die Vita des heiligen Magnus wird teilweise jedoch von der Forschung kritisch hinterfragt.

Man geht davon aus, dass Magnus um 699 bei Sankt Gallen geboren wurde und gegen 746 nach Füssen gelangte, um hier als Missionar tätig zu werden. Den Auftrag zur Missionsarbeit hatte ihm vermutlich der Augsburger Bischof Wikterp erteilt. Im Laufe seiner Tätigkeit mußte Magnus, wie die Legende berichtet, zahlreiche Gefahren überwinden: So bekämpfte er in Kempten die Schlange Boa, besiegte einen Drachen in Roßhaupten und die Geister in der Lechschlucht. An letzterem Ort errichtete er anschließend eine Zelle und ein Oratorium. Aus der Klosterzelle und der den Heiligen umgebenden Schar von Mönchen entstand später das Kloster Füssen. Bis zu seinem Tod, der teilweise auf das Jahr 772, teilweise auf das Jahr 756 datiert wird, wirkte Magnus an diesem Ort und christianisierte das Allgäu.

Die von Magnus errichtete Zelle wurde nach dem Tod des Heiligen zerstört. Der Augsburger Bischof Sintpert ließ sie jedoch wiederaufbauen und seine Nachfolger vollendeten den Kirchenbau. Die Entstehung des Klosters in Füssen wird um 840 datiert.

Die Reste des Grabes des heiligen Magnus befinden sich noch heute in der Krypta unter Sankt Mang in Füssen.

Auch wenn das Kloster im Zuge der Säkularisation 1802 aufgelöst wurde und heute von der Stadtverwaltung genutzt wird, hat die Verehrung des heiligen Magnus die Zeiten überdauert. Am 6. September wurden stets Segnungen des Ackerlandes mit dem sogenannten Magnusstab durchgeführt, die ungefähr einen halben Tag in Anspruch nahmen. Der Magnusstab wurde in der Säkularisation konfisziert, kehrte aber schon 1822 nach Füssen zurück, wo er bis in unsere heutige Zeit am 6. September bei Prozessionen mitgeführt wird.

Weiterführende Informationen über Sankt Magnus in Füssen und den Heiligen findet man auf dieser Seite. [bd]