Der heilige Patrick war auch ein Migrant

Irischer Migrantenbischof erinnert an Verantwortung für Zuwanderer

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MAYNOOTH/ IRLAND, 17. März 2010 (ZENIT.org).- Der irische Bischof Seamus Hegarty von Derry hat in einer Stellungnahme zum Fest des heiligen Patrick von Irland daran erinnert, dass der Nationalheilige selbst ein Einwanderer war. Der Hirte ist Vorsitzender des Rates für die Migranten der Irischen Bischofskonferenz. „Daran erinnernd, dass Sankt Patrick selbst ein Einwanderer war, sind wir als Volk dazu aufgerufen, eine Gesellschaft zu errichten, die wahrhaft aufnahmebereit ist, eine Gesellschaft, die einladend und respektvoll gegenüber Menschen verschiedener Kulturen, Sprachen und Traditionen ist," sagte Bischof Hegarty.

Während die Zahl der Einwanderer, die nach Irland komme, in jüngster Zeit geringer geworden sei, müsse der Empfang und die Unterstützung für die neuen Iren, die unter ihnen lebten, unvermindert fortgesetzt werden. Zugleich rief der Bischof zur Hilfe für diejenigen Iren auf, die selbst ausgewandert sind. Wegen der Wirtschaftskrise habe die Migration Irland so verändert, wie in 30 Jahren nicht mehr.

„Während unser erster Fokus darauf gerichtet sein muss, sicherzustellen, dass wir eine weitere verlorene Generation vermeiden, müssen wir auch gewährleisten, dass diejenigen, die sich dazu entschließen auszuwandern, nicht aufgegeben oder vergessen werden", sagte er.

„Obwohl die Hoffnungen darauf gedämpft wurden, dass eine umfassende Einwanderungsreform in diesem Jahr vorliegen wird, sind diese jedoch nicht erloschen." Nur indem dieses Thema angesprochen werde, könnten Menschen aus den Rändern in die Gesellschaft hineingenommen und diese befähigt werden, sich zu integrieren und vollends zur gastgebenden Gemeinschaft beizutragen.

Obwohl er das Recht jeder Nation anerkenne, selbst über ihre Einwanderungspolitik zu bestimmen, erinnere er daran, dass Jesus auch im illegalen Migranten wiedererkannt werden will. Indem er Papst Johannes Paul II. zitierte, mahnte der Bischof: „ [Den Einwanderer] willkommen zu heißen und ihm seine Solidarität zu zeigen, ist ein Gebot der Gastfreundschaft und bedeutet Treue zur christlichen Identität selbst." Der heilige Patrick soll, bevor er als Bischof nach Irland zurück kehrte, der Legende nach zeitweise in Burgund in Frankreich Zuflucht gefunden haben. (mk)