Der Heilige Stuhl fordert von der UNO eine objektive Gesetzesgrundlage

Der Vatikan spricht sich für ein einheitliches und ganzheitliches Menschenbild aus

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NEW YORK, 27. September 2012 (ZENIT.org). ‑ Der Heilige Stuhl hat sich in die Debatte der in dieser Woche stattfindenden 67. UNO-Generalversammlung zur Rechtsstaatlichkeit ein eingestaltet. Er erinnerte die Versammlung daran, dass das Fehlen objektiver Kriterien als Basis und Orientierungshilfe für die Tätigkeit der Legislative die Bekräftigung der Rechtsstaatlichkeit auf eine Regel unter vielen Regeln reduziert.

Dies betonte Erzbischof Dominique Mamberti, der Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten im Vatikanischen Staatssekretariat und Leiter der am UNO-Gipfel anwesenden vatikanischen Delegation.

„Ohne objektive Kriterien als Basis und Orientierungshilfe für die Tätigkeit der Legislative ist die Bekräftigung der Rechtsstaatlichkeit nicht mehr als ein Lippenbekenntnis, eine Regel unter vielen Regeln“, so der Erzbischof. Dabei zitierte er die Rede Benedikts XVI. anlässlich des Bundestages im September 2011. Er führte aus: „Ebenso kann die Schaffung neuer Gesetze leicht zum Ausdruck des Willens einiger weniger werden, auch wenn sie von so genannten demokratischen Apparaten hervorgebracht werden“.

Erzbischof Mamberti sprach folgende Empfehlung aus: „Damit derartige gefährliche Abweichungen vermieden werden können, muss der Rechtsstaatlichkeit ein vereinheitlichtes und umfassendes Menschenbild zugrunde liegen, das die Komplexität und Vielfalt der menschlichen Beziehungen befürwortet und den Rechtsbeziehungen innerhalb von Gemeinschaften durch ein harmonisches Gefüge von Regeln und Institutionen Sicherheit und Stabilität verleiht.“

„Der Mensch ist mehr als sich selbst erzeugende Freiheit. Er hat sich nicht selbst erschaffen. Der Mensch ist Intellekt und Wille; ebenso ist er aber auch Natur. Sein Wille ist recht geordnet, wenn er der Natur mit Achtung begegnet, ihr zuhört und sich selbst als das akzeptiert, was er ist: als ein Geschöpf.“, so Mamberti abschließend.

[Übersetzung des italienischen Originals von Sarah Fleissner]