Der Heilige Vater fordert konkrete Zeichen der Anerkennung des "Genius" der Frau

"Änderung der Mentalität" ist notwendig

| 632 klicks

ROM, 30. September 2005 (ZENIT.org).- Am Donnerstag wies Papst Benedikt XVI. auf den krassen Widerspruch zwischen der häufig vorgebrachten theoretischen Bewunderung des "Genius" der Frau und ihrer tatsächlichen Diskriminierung im Alltag hin.



Anlässlich der Audienz für die letzte Gruppe der mexikanischen Bischöfe, die zu ihrem alle fünf Jahre stattfindenden "Ad-liminia"-Besuch nach Rom gekommen waren, rief der Heilige Vater hinsichtlich des Umgangs mit der Frau zu einer "Änderung der Mentalität" auf. "In Mexiko, wo sich so oft der 'Genius’ der Frau zeigt, die jedem Familienmitglied eine feinfühlige Sensibilität entgegenbringt und diese auch in die kirchlichen Gemeinden, in die sozialen Dienste und in die anderen Bereiche des bürgerlichen Lebens hineinträgt, ergibt sich manchmal die paradoxe Situation, dass die Frau theoretisch sehr bewundert, praktisch aber geringschätzig behandelt oder diskriminiert wird."

In diesem Zusammenhang verwies der Heilige Vater auf das Apostolische Schreiben Mulieris dignitatem über die Würde und Berufung der Frau, das sein Vorgänger, Papst Johannes Paul II. anlässlich des Marianischen Jahres 1988 verfasst hatte. Dort heißt es unter anderem: "In unserer Zeit ermöglichen die Erfolge von Wissenschaft und Technik einen materiellen Wohlstand in bisher ungeahntem Ausmaß, der einige begünstigt, andere aber an den Rand abdrängt. So kann dieser einseitige Fortschritt auch zu einem schrittweisen Verlust der Sensibilität für den Menschen, für das eigentlich Menschliche, führen. In diesem Sinne erwartet vor allem unsere Zeit, dass jener 'Genius' der Frau zutage trete, der die Sensibilität für den Menschen, eben weil er Mensch ist, unter allen Umständen sicherstellt und so bezeugt: 'Die Liebe ist am größten' (vgl. 1 Kor 13,13)."

Benedikt XVI. nannte als Vorbild für alle Menschen das große Feingefühl und den Respekt, die Jesus im Umgang mit den Frauen gezeigt habe. In der heutigen Zeit sei es notwendig, betonte der Papst anschließend, "einen Gesinnungswandel vorzunehmen, damit die Frau in allen Bereichen der Gesellschaft wirklich würdevoll behandelt und ihre unersetzliche Berufung als Mutter und Ersterzieherin der eigenen Kinder geschützt wird."