Der Heilige Vater ruft Christen und Juden dazu auf, Gott und die Würde des Menschen gemeinsam zu bezeugen

Botschaft zum 40. Jahrestag der Konzilserklärung \"Nostra Aetate\"

| 372 klicks

ROM, 28. Oktober 2005 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. möchte die freundschaftlichen Bande und die Zusammenarbeit zwischen Juden und Christen vertiefen und verstärken. Dadurch soll der eine Gott \"noch überzeugender\" bezeugt und die Menschenwürde und die Rechte des Menschen verteidigt werden.



Anlässlich des 40. Jahrestages der Veröffentlichung der Konzilserklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen, \"Nostra Aetate\", verfasste der Papst ein Schreiben, das sich an Walter Kardinal Kasper richtet, der als Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen zugleich Vorsitzender der Kommission für die Religiösen Beziehungen zum Judentum ist. Darin betont der Heilige Vater, dass die Konzilserklärung \"eine neue Ära in den Beziehungen mit dem jüdischen Volk\" eingeleitet und \"den Grundstein für einen aufrichtigen theologischen Dialog\" gelegt habe.

Zur Feier des 40. Jahrestages der Veröffentlichung von \"Nostra Aetate\", die heute, Freitag, stattfand, drückte Benedikt XVI. Gott dem Herrn seinen tiefen Dank aus \"für das Zeugnis all jener Menschen, die trotz einer schwierigen und oft schmerzlichen Vergangenheit – vor allem während der tragischen Erfahrungen der Shoa, die von einer neuheidnischen rassistischen Ideologie inspiriert worden ist – sich mutig für Versöhnung und gegenseitiges Verständnis zwischen Christen und Juden eingesetzt haben.\"

Der Nachfolger des Apostels Petrus bekräftigt sein diesbezügliches persönliches Engagement und versichert, den Weg im Sinne seines Vorgängers, Papst Johannes Pauls II., fortführen zu wollen, was er unter anderem während des Weltjugendtages im August mit seinem Besuch in der Kölner Synagoge unter Beweis gestellt hatte.

\"Der jüdisch-christliche Dialog muss die Bande der Freundschaft, die sich entwickelt haben, weiter bereichern und vertiefen, und Predigt und Katechese müssen dazu dienen, unsere gegenseitigen Beziehungen im Licht jener Prinzipien zu verstärken, die das Konzil aufgestellt hat.\"

Für die Zukunft wünscht sich Benedikt XVI. eine enge Zusammenarbeit: \"Christen und Juden mögen durch den theologischen Dialog als auch durch die tägliche Zusammenarbeit ein noch überzeugenderes gemeinsames Zeugnis ablegen für den einen Gott und seine Gebote und für die Heiligkeit des Lebens, zur Förderung der Würde des Menschen, der Rechte der Familien und der Notwendigkeit, für die kommenden Generationen eine Welt aufzubauen, in der Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden herrschen.\"