Der Himmel betrifft uns alle: Benedikt XVI. ermuntert dazu, den Blick fest auf Gott zu richten

Generalaudienz in Castel Gandolfo

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ROM, 17. August 2006 (ZENIT.org).- Die Glaubenswahrheit, dass das Volk Gottes "auf dem Weg ist" (vgl. Lumen gentium, 68), gerate vielerorts in Vergessenheit, beklagte Benedikt XVI. während der Generalaudienz am Mittwoch in Castel Gandolfo.



"Heute gibt es Menschen, die so leben, als müssten sie nie sterben oder als ob mit dem Tod alles zu Ende sei; einige verhalten sich so, als hielten sie den Menschen für den alleinigen Gestalter des eigenen Schicksals, als ob es Gott nicht gäbe – und so kommen sie manchmal sogar dahin zu verneinen, dass es für Ihn in unserer Welt Platz gibt", so der Heilige Vater. "Die großen Erfolge der Technik und der Wissenschaft, die das Befinden der Menschheit bedeutend verbessert haben, geben aber auf die tiefsten Fragen der menschlichen Seele keine Antwort. Nur die Öffnung hin zum Geheimnis Gottes, der Liebe ist, kann den Durst unseres Herzens nach Wahrheit und Glück löschen; nur die Perspektive der Ewigkeit kann den Ereignissen der Geschichte und vor allem dem Geheimnis der menschlichen Gebrechlichkeit, seines Leidens und seines Sterbens authentischen Wert verleihen."

Einen Tag nach dem Hochfest Mariä Himmelfahrt erinnerte der Papst die Gläubigen daran, dass der Blick auf die Jungfrau Maria, die im Himmel throne, ein Zeichen dafür sei, "dass auch für uns die Erde nicht die endgültige Heimstätte ist und dass wir, wenn wir ständig auf die ewigen Güter hin ausgerichtet leben, eines Tages ihre Herrlichkeit teilen werden". Das Bewusstsein um die die Vergänglichkeit des Irdischen und die Ewigkeit des Himmlischen schenke einem die Kraft, selbst inmitten der zahlreichen alltäglichen Schwierigkeiten "die innere Ruhe und den Frieden" nicht zu verlieren. "Das helle Zeichen der in den Himmel Aufgenommenen leuchtet noch stärker, wenn sich am Horizont traurige Schatten des Schmerzes und der Gewalt anzuhäufen scheinen."