Der hl. Nikolaus, Bischof und Wohltäter

Teilnehmer am Konzil von Nizäa

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ROM, 6. Dezember 2011 (ZENIT.org). – Heute am 6. Dezember feiert die Ost- und auch die Westkirche das Fest des hl. Nikolaus von Bari. Er war Bischof der Stadt Myra (in der heutigen Türkei) in der kleinasiatischen Region Lykien im 4. Jahrhundert und Sohn einer sehr vermögenden, aber auch wohltätigen Familie; historisch belegt ist, dass er sein Erbe an die Bedürftigen und Armen verteilte, nachdem seine beiden Eltern einer Pestepidemie zum Opfer gefallen waren.

Mit 19 Jahren wurde er zum Priester geweiht und trat dann in das Kloster Sion nahe seiner Heimatstadt ein, dessen Abt er wurde. In der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts wurde er zum Bischof geweiht. Während einer großen Christenverfolgung unter Kaiser Galerius erlitt er Inhaftierung und Folter, wurde aber nicht getötet.

Als Bischof nahm er am Konzil von Nizäa teil, wo die Dreifaltigkeit Gottes gegen den Häretiker Arius verteidigt wurde. Der Überlieferung nach soll er den Häretiker selber geohrfeigt haben; deshalb sei er zunächst verhaftet, zum Ende des Konzils aber rehabilitiert worden. Nikolaus und auch Silvester (31. Dezember) vertraten die Trinitätslehre.

Nikolaus starb am 6. Dezember und wurde in Myra begraben. Um Schändungen durch die Sarazenen vorzubeugen, wurden seine Gebeine im Jahre 1087 nach Bari übertragen. Er ist heute vor allem in Italien noch als Nikolaus von Bari bekannt. Sein Todestag wurde zu seinem Gedenktag. Der Tradition zufolge entsprang nach seiner Beerdigung in Bari eine Quelle wohlriechenden Öls, durch das viele Kranke geheilt wurden.

Nach einem überlieferten Wunderbericht erschien er schwebend einigen Seeleuten, um einen Sturm zu legen. Dieses Schweben zusammen mit seiner Großzügigkeit im Verschenken bilden die Grundlage des in protestantischen Ländern verbreiteten „Santa Claus“, des amerikanischen „Weihnachtsmannes“, der auf einem Schlitten umherfliegt.

In Deutschlang, Österreich und Norditalien wird dem hl. Nikolaus im Brauchtum ein böser Gegenpart beigesellt, Knecht Ruprecht, der die strafende und angsteinflößende Rolle übernimmt, während der hl. Nikolaus Belohnungen austeilt.

Der hl. Nikolaus ist Schutzherr und Patron der Hanse.[jb]