Der Kampf gegen den Hunger geht alle an! Papst Benedikt XVI. zum Welternährungstag

Botschaft an FAO-Generaldirektor Jacques Diouf

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ROM, 16. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Anlässlich des Welternährungstages richtete Papst Benedikt eine heute veröffentlichte Botschaft an den Generaldirektor der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), Jacques Diouf. Der Papst hebt darin – wie bereits in seiner Ansprache vor den Mitgliedern des beim Heiligen Stuhl akkreditierten diplomatischen Corps (8. Januar 2007) – hervor, dass die Lage vieler Menschen, die aufgrund des „Fehlens des täglichen Brotes“ in Todesgefahr schweben, „inakzeptabel“ ist.



Nach Schätzungen der UNO leiden heute 850 Millionen Menschen Hunger. Angesichts dieser Tatsache ist nach Worten des Heiligen Vaters jeder Mensch dazu verpflichtet, mit den anderen zusammenzuarbeiten, „um das Recht auf Ernährung zu ermöglichen“. Benedikt XVI. fordert sowohl individuelles als auch internationales Engagement ein, um den Hunger in der Welt zu besiegen. Der 60. Jahrestag der Unterzeichnung des Menschenrechtserklärung, der 2008 begangen wird, stellt in den Augen des Papstes eine besondere Gelegenheit dar, „um die Zentralität des Rechts auf Ernährung in den Vordergrund zu stellen, von dem sich alle anderen Rechte herleiten, angefangen beim fundamentalen Recht auf Leben“.

Mit Bedauern stellt Benedikt XVI. fest, dass alle bisher unternommenen Anstrengungen zur Eindämmung des Hungerdramas die Zahl der Hungerleidenden in der Welt nicht wesentlich vermindern konnten. Andererseits sei die ethische Dimension der Linderung des Hungers von entscheidender Bedeutung. Diese sei eine Priorität, die einen Aufruf zur Solidarität darstelle, alle Menschen angehe und sie dazu führe, „miteinander nicht nur die materiellen Güter zu teilen, sondern auch die Liebe, deren ein jeder bedarf“. Wer nur Materielles gebe, gibt nach Worten des Papstes zu wenig.

Die Verletzung des Rechts auf Ernährung gehe nicht nur auf Ursachen zurück, die natürlichen Ursprungs sind. Vor allem handle es sich hierbei vielmehr um „Situationen, die vom Verhalten des Menschen erzeugt werden“, das einen allgemeinen sozialen, wirtschaftlichen und menschlichen Verfall hervorbringe. Immer mehr Menschen sähen sich „aufgrund von Armut und Konflikten gezwungen, ihr Heim und ihre Lieben zu verlassen, um überleben zu können“. Deshalb ist es für den Heiligen Vater notwendig, „dass in den Mitgliedern der Gemeinschaft der Nationen ein solidarisches Bewusstsein heranreift, das die Ernährung als ein universales Recht aller Menschen begreift, ohne Unterschiede und ohne Diskriminierungen“.

Die Erreichung des Ziels, den Hunger auszumerzen und eine gesunde und ausreichende Ernährung für alle sicherzustellen, mache des Weiteren die Anwendung von Methoden notwendig, die das Erbe der Schöpfung respektieren. Gleichzeitig sei es wichtig, die traditionellen Bräuche der indigenen Gemeinschaften zu schützen und egoistische und ausschließlich wirtschaftliche Denkweisen beiseite zu lassen.

Benedikt XVI. denkt in seiner Botschaft besonders an die Kinder, die immer die ersten Opfer der Tragödie des Hungers seien und gegen Nahrung zu Zwangsarbeit oder Waffendienst genötigt würden. Papst Benedikt wünscht, dass es die auf multilateraler Ebene unternommenen Initiativen ganzen Gemeinschaften erlauben werden, mit größerer Zuversicht in die Zukunft zu blicken.

Die Botschaft der Heiligen Vaters endet mit der Ermutigung an die FAO, ihre Arbeit fortzusetzen, um das Recht auf Ernährung jedes Menschen zu gewährleisten. Dabei handle es sich um eine Bemühung, die die Kirche durch ihre verschiedenen Einrichtungen bereitwillig unterstütze.