Der kleinste Staat der Welt wird heute 80 Jahre alt

Ausstellung zeigt den Alltag des Vatikanstaates

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ROM, 11. Februar 2009 (Zenit.org).- Heute feiert der Vatikan sein 80-jähriges Bestehen als souveräner Staat. Zum Jubiläum gibt es einen dreitägigen Kongress, ein festliches Konzert und eine zwei Monate dauernde Ausstellung, die in der Nähe des Petersplatzes aufgebaut wurde.

Mit Händels Messias, den der „Our Lady's Choral Society“ und das RTE-Concert-Orchestra aus Dublin (Irland) in der Audienzhalle Pauls VI. aufführen, wird das Fest morgen, Donnerstag, in Gegenwart von Papst Benedikt XVI. seinem musikalischen Höhepunkt zustreben. Der Beginn des Konzerts ist für 17.00 Uhr angesetzt.

„Mit einer Oberfläche von knapp 44 Hektar ist die Vatikanstadt der kleinste unabhängige Staat auf der Welt, sowohl was die Einwohnerzahl als auch seine Ausdehnung betrifft. Seine Grenzen werden von den Mauern gebildet und auf dem Petersplatz von dem Travertinsteinband, das die zwei Flügel der Kolonnade verbindet“, so die offizielle Präsentation auf der Website des Vatikanstaates.

Eine lange dreidimensionale hölzerne Nachbildung des Vatikans wurde aus Anlass des runden Jubiläums auf dem Gelände des Corredore Carlo Magno aufgebaut. „Das Modell zeigt den historischen Teil gemäß der Verträge des Vatikans, die dem Vatikanstadtstaat zu seiner Existenz verhalfen und seine verfassungsrechtliche Struktur in die Wege leiteten, so wie Pius XI. es vorhatte und wie es ja dann auch in den folgenden Jahren durchgeführt wurde“, erklärte Bischof Renato Boccardo, Generalsekretär des Gouverneurs des Vatikanstaates, gegenüber ZENIT.

Die Ausstellung sei „wie ein Photoalbum oder wie ein Fenster zum Alltagsleben“ des Vatikanstaates, der dafür Sorge trage, „dass der Heilige Stuhl die notwendige Freiheit hat, um seiner Sendung nachzukommen“.

Am 11. Februar 1929 - vor genau 80 Jahren also - unterzeichneten der Heilige Stuhl und das Königreich Italien die Lateranverträge.

Mit den Lateranverträgen klärten der italienische Staat und die katholische Kirche endgültig den Status der Vatikanstadt. Generationen zuvor - im September 1870 - hatten Truppen des Freiheitshelden Giuseppe Garibaldi den Kirchenstaat aufgelöst und Rom, die Stadt des Papstes, eingenommen, der sich daraufhin als „freiwilliger Gefangener“ im Vatikan einschloss. Der Kirchenstaat erlebte damit nach Jahrhunderten mit mehr oder weniger Glanz seinen endgültigen Niedergang.

Seitdem blieb die so genannte römische Frage offen. Erst knapp 60 Jahre später wurde der heutige Vatikanstaat zum Nachfolger des Kirchenstaates, und nach einigem Tauziehen während der Verhandlungen tauchte auch explizit der Begriff „stato“ (Staat) im Vertragstext auf. Wohl auch mit Rücksicht auf die rechtlich endlich geklärten Verhältnisse beachteten in den Jahrzehnten nach 1929 die deutschen und die alliierten Besatzer weitgehend die Neutralität des Vatikanstaates und seiner exterritorialen Besitzungen.