Der Kongress Mulieris Dignitatem endet in Rom

Am Samstag sprach Papst Franziskus zu Teilnehmern

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 343 klicks

Am Samstag empfing Papst Franziskus die Teilnehmer des Kongresses „Mulieris Dignitatem“, der drei Tage lang zur Würde der Frau anlässlich des 25. Jahrestages des gleichnamigen päpstlichen Dokumentes stattgefunden hatte, zu einer abschließenden Audienz im Vatikan. In seiner Ansprache wich Papst Franziskus von seinem vorbereitenden Text und sprach frei. Er sagte:

„Ich sage euch ehrlich: Ich leide, wenn ich sehe, wie in der Kirche oder in einigen kirchlichen Einrichtungen die Rolle des Dienstes der Frau in eine Rolle der Dienerschaft abgleitet. Wir alle haben — und wir müssen es haben — eine Rolle des Dienstes in der Kirche. Dienst. Aber wenn ich Frauen sehe, die Arbeiten der Dienerschaft und nicht des Dienstes verrichten... Es ist so, dass man nicht recht versteht, was eine Frau tun soll. Welche Präsenz hat die Frau in der Kirche? Kann sie noch stärker gewürdigt werden?“ 

Diese Realität liege ihm sehr am Herzen, so der Pontifex. Aus diesem Grund habe er insistiert, die Teilnehmer des Kongresses zu treffen, eine Begegnung, die zu einem solchen Anlass eigentlich nicht vorgesehen sei. Das Schriftstück „Mulieris Dignitatem“ von Johannes Paul II. habe historische Relevanz: Zum Zeitpunkt seines Erscheinens vor 25 Jahren sei es das erste lehramtliche Dokument zum Thema Frau gewesen.

„Vieles kann sich ändern und hat sich im Lauf der kulturellen und sozialen Entwicklung auch geändert, aber es bleibt doch die Tatsache, dass es die Frau ist, die empfängt. Die Kinder in ihrem Leib trägt und zur Welt bringt. Und das ist nicht nur etwas biologisch Gegebenes, sondern hat vielfältige Implikationen für die Frau, für ihre Art zu sein, für ihre Beziehungen, für die Weise, in der sie sich zum Leben stellt. Indem Gott die Frau zur Mutterschaft berief, hat er ihr auf besondere Weise den Menschen insgesamt anvertraut.“

Es gebe allerdings zwei Extreme, die die Berufung der Frau gefährden würden. Zum einen ihre Beschränkung auf das Mütterliche. Damit werde ihr gesamtes Potential nicht wahrgenommen, und sie werde in einem bürgerlichen wie kirchlichen Ambiente nicht ganzheitlich beim Aufbau der Gemeinschaft gewürdigt.

„Und – als Reaktion darauf – die andere, gegenteilige Gefahr, nämlich eine Art von Emanzipation, die bisher vom Männlichen besetzte Räume zu erobern versucht und dafür das Weibliche aufzugeben. Hier will ich unterstreichen, dass die Frau eine eigene Sensibilität für die Dinge Gottes hat, vor allem indem sie uns hilft, das Erbarmen, die Zärtlichkeit und Liebe zu verstehen, die Gott für uns hat.“

Papst Franziskus sagte, was die Rolle der Frau in der Kirche betreffe, brauche es eine neue Form des Nachdenkens mit einer soliden anthropologischen Basis „im Licht der Offenbarung.“

„Auch mir gefällt es zu denken, dass die Kirche nicht ‚der Kirche‘ ist. Sie ist ‚die Kirche. Die Kirche ist eine Frau! Eine Mutter. Und das ist schön. Wir müssen mehr darüber nachdenken.“