Der Kranz der Gnade

Der Gründer der Franziskaner der Immaculata spricht über die Kraft aus dem Rosenkranzgebet

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Von Pater Stefano Maria Manelli

ROM, 16. Mai 2012 (ZENIT.org).- „O heiliger Rosenkranz!“ Dieser Anruf entspringt unserem Herzen bei der Betrachtung des Rosenkranzes in den Händen der Königin des Rosenkranzes in Pompeji, der Unbefleckten Jungfrau von Lourdes oder der Madonna mit dem Unbefleckten Herzen in Fatima.

Wie kostbar muss dieser Kranz sein, wenn ihn die Gottesmutter selbst, die Königin des Himmels und der Erde, in ihren Händen hält, wenn sie selbst ihn uns in Lourdes offenbart und in Fatima mit mütterlicher Eindringlichkeit empfiehlt.

Beginnend beim hl. Dominikus gelangte der Rosenkranz in die Hände ganzer Scharen von Heiligen, Päpsten, Mystikern, Missionaren, Statisten und Künstlern, von Wissenschaftlern und Helden, von Männer und Frauen, von alten Menschen und Kindern zu allen Zeiten und in allen Teilen der Erde.

Unter den Heiligen seien beispielsweise Franz von Sales, Margherita Maria Alacoque, Alfonso Maria de Liguori, Bernadette Soubirous, Pius X., Maria Goretti, Pater Pio von Pietrelcina sowie die selige Mutter Theresa von Kalkutta  genannt. Wir erinnern uns auch an die Wissenschaftler Galileo Galilei, Ampère, Pasteur und Marconi, die Musiker Vivaldi und Gluck, die Maler Michelangelo und der selige Fra Angelico und die Denker und Literaten Rosmini und Manzoni, etc.

„O heiliger Rosenkranz!“

Der Rosenkranz ist „heilig“, weil er Früchte der Heiligkeit hervorbringt; er empfängt die Gnade und spendet den Segen. Dieser Segen wird nicht nur dem Betenden selbst zuteil; er umhüllt das Haus, die Familie und die Arbeit des Menschen, der ihn rezitiert.

Der Rosenkranz erhielt im Laufe der Zeit verschiedene Benennungen und Definitionen: corona di grazie („Gnadenkranz“), roseto di grazie („Rosengarten der Gnade“), catena di grazie („Gnadenkette“), scrigno di grazie („Gnadenschrein“), sorgente di grazie („Gnadenquell“), etc.

Besonders der hl. Pater Pio von Pietralcina bezeichnete den Rosenkranz gerne als Waffe in jeder geistigen und weltlichen  Schlacht, als siegreiche Waffe gegen jeden Feind, die Waffe aller Siegeszüge (wie es in der Seeschlacht von Lepanto eindrucksvoll geschildert wird). Daher rührt die Bezeichnung „Unsere Liebe Frau vom Siege“ für die Gottesmutter vom Rosenkranz, die der hl. Teresina sehr lieb war.

Der selige Bartolo Longo spricht schließlich den Wunsch aus, dass wir im Augenblick unseres Todes den heiligen Rosenkranz in unseren Händen halten und ihm „den letzten Kuss des verlöschenden Lebens“ geben mögen, so dass unser Geist vom Licht des „heiligen Rosenkranzes“ umgeben sei, wenn wir vor das Gericht Gottes treten.

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Buchtipp:P. Stefano Maria Manelli, „O Rosario benedetto di Maria!“ (O geweihter Rosenkranz Mariens) (Casa Mariana Editrice), Italienisch

[Übersetzung des italienischen Origials von Sarah Fleissner]