Der leidende Papst sagt mehr als alle Enzykliken, sagt Gründer der Arche

Jean Vanier zu den Rücktrittsspekulationen rund um Papst Johannes Paul II.

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ROM, 10. Februar 2005 (ZENIT.org).- Der leidende Papst sei ein noch größeres Zeugnis als aller Enzykliken, ist Jean Vanier (77) überzeugt. Auf die Rücktrittsgerüchte des Papstes angesprochen, erklärt der Gründer der Arche-Gemeinschaften nur: "Wollte etwa Jesus vom Kreuz herbsteigen?“



In einem Interview mit "Radio Vatikan" betonte der gebürtige Kanadier diesen Dienstag, dass alle Rücktrittsfragen nur einer klären könne: "Johannes Paul II. ist Papst, und es ist an ihm zu entscheiden." Für den Sohn eines Generalgouverneurs in Kanada, der im Alter von 35 Jahren eine brillante Karriere an den Nagel hing, um sein Leben mit körperlich und seelisch Behinderten zu teilen, ist gerade der kranke und leidende Papst ein Abbild Christi: “Der Papst ist ein Mensch, der leidet. Er leidet körperlich, aber ich glaube, dass er auch Unglaubliches im Herzen durchmacht. Und zugleich ist da etwas in ihm, etwas außerordentlich Lichtvolles und Reines. Der Papst zeigt, was den Christen ausmacht."

Der Gründer der Arche-Gemeinschaften und der Bewegung "Glaube und Licht", der sich bemüht, die christliche Botschaft des Leidens als Ort der Liebe und Erlösung erfahrbar zu machen, sieht große Teile der Menschheit heute bittere Armut leiden. Auch "die Christen leben oft in großer Armut. Angesichts dieser Leiden in der Welt bittet Jesus jeden von uns, darauf zu vertrauen, dass er da ist. Er lädt dazu ein, ihm zu vertrauen und in diesem Vertrauen zu ihm zu wachsen.

Heute ist der Papst vor allem durch seine Erscheinung Zeichen der Heiligkeit, und das viel mehr als dank irgendeiner Enzyklika oder irgendeines Schreibens. Die Welt benötigt heute keine großen "Athleten Gottes“, sondern Männer und Frauen, die wie Johannes Paul II. das Geheimnis ihres Lebens annehmen. Der Heilige Paulus sagt: Meine Kraft erweist sich in meiner Schwachheit. Und genau das lebt uns heute der Papst vor."