Der Libanon wird dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht (Teil 2)

P. Charbel Bteich über die Bedeutung des Weiheaktes des libanesischen Patriarchen

Rom, (ZENIT.org) Salvatore Cernuzio | 349 klicks

Während der Predigt hat der Kardinal Muslime in den Weiheakt mit eingeschlossenund daran erinnert, dass der Libanon das einzige Land ist, in dem das Hochfest der Verkündigung des Herrn am 25.März von Christen und Muslimen gemeinsam als nationaler Feiertag begangen wird. Bildet der Glaube an die Jungfrau somit einen Anknüpfungspunkt zwischen unterschiedlichen Bekenntnissen?

P. Bteich: Das ist richtig. Der 25. März, das Fest der Verkündigung des Herrn, ist nicht nur ein besonderes Hochfest für Christen, sondern auch ein nationaler Feiertag im gesamten Libanon. Im pluralistischen Kontext des Libanon existiert daher eine beharrliche Suche nach Gemeinsamkeiten zwischen Christen und Muslimen. Diese findet nicht nur auf sozialer und gesellschaftlicher Ebene, sondern auch auf geistlicher Ebene statt! Trotz der zahlreichen Unterschiede ist Maria tatsächlich ein Berührungspunkt zwischen den verschiedenen Komponenten der libanesischen Gesellschaft. Aus diesem Grund hat Kardinal Rai alle in den Akt der Weihe am Unbefleckten Herzen Mariens mit eingeschlossen, denn dieses gehört dem gesamten Libanon und all seinen Komponenten, nicht nur den Christen.

Es handelt sich also um ein wichtiges Ereignis für ein Land, „das unendliche Geburtswehen erfahren hat“, wie Benedikt XVI.beiseinem Besuch im September 2012 sagte.Der emeritierte Papst hat unter anderem stets auf seine starke Verbundenheit mit dem Land der Zedern und dessen Bevölkerung hingewiesen …

P. Bteich: In einer privaten Ansprache sagte Benedikt XVI. einmal, dass der Libanon als das Ziel seiner letzten apostolischen Reise gleichsam von der Vorsehung bestimmt worden sei. Er liebte dieses Land, bewahrte es stets im Herzen und betete unaufhörlich für dessen Freiheit, denn er betrachtete es als „Brücke zwischen Orient und Okzident und als Ort der Begegnung zwischen den Religionen, dem aus diesem Grund eine bedeutende Aufgabe zukommt.“ In seinen Worten finden jene des seligen Johannes Paul II. einen Nachhall. Dieser hatte das Bild des „Libanon, der mehr ist als ein Land: eine Botschaft“, vor Augen. Diese Aufmerksamkeit seitens der Päpste auf unser Land ist ein unverkennbares Zeichen für den realen Wert des Libanon vor Gott.

Welchen persönlichen Wunsch hegen Sie für den Libanon?

P. Bteich: Ich bin mir sicher, dass der Libanon dank der Gegenwart der Christen eine prophetische Aufgabe erfüllen kann. Die Christen sind zahlenmäßig zwar eine Minderheit, doch ein Werkzeug, dank dessen Gott Wege für neue Formen des Glaubens und der Evangelisierung ebnet und Impulse gibt. Dies geschieht dadurch, dass die Christen selbst eine Aufgabe annehmen. In dieser Verantwortung ist die Anrufung der Jungfrau Maria und die Anerkennung ihrer einzigartigen Unterstützung entscheidend…