Der Marsch für das Leben in Rom

Nach dem Modell von Washington D.C. wird der Pro-Life-Marsch in Italien vorbereitet

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Von Ann Schneible

ROM, 30. April 2012 (ZENIT.org). - Die Legalisierung der Abtreibung im Jahr 1978 hat in Italien eine ganze Generation ausgelöscht. Mehr als 5 Millionen ungeborener Kinder haben aufgrund dieses  Gesetzes ihr Leben verloren. Am 13. Mai, dem Fest Unserer lieben Frau von Fatima, wird in Rom der erste Pro-Life Marsch als Protest gegen die Legalisierung der Abtreibung in Italien veranstaltet werden.

Der Marsch wird um 9.30 Uhr beginnen und vom Kolosseum über Piazza Venezia und Largo Argentina bis zur Engelsburg führen. Im Anschluss daran wird Kardinal Angelo Comastri um 12.15 die Sonntagsmesse im Petersdom zelebrieren.

ZENIT führte vor kurzem ein Gespräch mit Virginia Coda Nunziante, die zu den Veranstaltern des Marsches zählt. Sie ist Mitglied der Associazione Famiglia Domani, einem Verein, der sich dem Schutz der Familie annimmt.

Die Geschichte des Pro-Life-Marschs in Italien

Die Idee des diesjährigen Marsches in Rom stammt vom alljährlich in Washington D.C. stattfindenden Pro-Life-Marsch. Nunziante erklärte dazu: „Wir nehmen seit vielen Jahren am Pro-Life-March in Washington teil und erkannten die enorme Bedeutung dieser Kundgebung; es kamen mehr und mehr Menschen; Jahr für Jahr; besonders junge Menschen; und vor allem die Auswirkung auf nationaler Ebene, und auf politischer Ebene.“

„Wir haben uns dann auch an einigen europäischen Märschen beteiligt; in Paris, in Brüssel. Italien war eines der ganz wenigen Länder, in denen der Marsch fürs Leben nicht organisiert wurde.“

Vergangenes Jahr war ein Pro-Life-Marsch in kleinem Rahmen in Norditalien unweit des Gardasees veranstaltet worden, der ein sehr positives Echo gefunden hatte. „Damals beschlossen wir, im darauffolgenden Jahr, also heuer, durch Rom, die italienische Hauptstadt, zu ziehen. Der  Marsch wird nämlich in allen Ländern üblicherweise in Hauptstadt organisiert. Die Wahl von Rom als Schauplatz sollte außerdem ein Zeichen für die Regierung sein, für die Politiker und für die Zivilgesellschaft.“

Das Programm des Pro-Life-Marschs

Der diesjährige Pro-Life-Marsch ist das Ergebnis eines einjährigen Planungsprozesses. Zu den Unterstützern des Marsches zählen mehr als 120 unterschiedliche Vereine sowie viele Mitglieder der römischen Kurie.

Ebenso wie der Veranstaltung in Washington D.C. wird auch dem römischen Pro-Life-Marsch eine Gebetswache mit einer eucharistischen Anbetung vorausgehen (von 9.00 bis 10.30 Uhr), die in der Basilika von Santa Maria Maggiore unter der Leitung von Kardinal Raymond Burke gefeiert werden wird. „Wir sind sehr stolz darauf, denn wir wissen, wie intensiv Kardinal Burke den Marsch in Washington mitverfolgt und unterstützt hat. Es ist uns eine große Ehre, ihn bei uns zu haben“, schilderte Virginia Coda Nunziante.

Am Tag vor dem Marsch wird die Universität Regina Apostolorum einen Kongress abhalten, bei dem viele italienische Führungskräfte zur Verteidigung des Lebens Stellung nehmen.

Nunziata zufolge war die Wahl des Kolosseums als Ausgangspunkt für den Marsch vor allem in dessen historischer Bedeutung begründet. „Es handelt sich um den ersten Ort, an dem Unschuldige getötet wurden. Es ist die Stätte der ersten Märtyrer.“

Es wird eine hohe Zahl von Teilnehmern aus dem ganzen Land erwartet. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt dürften zumindest 50 Charterbusse mit Menschen aus ganz Italien zum Pro-Life-Marsch nach Rom einreisen.

Abtreibung in Italien

Seit der Legalisierung der Abtreibung vor 34 Jahren sei „eine ganze Generation ausgelöscht worden“, so Nunziante.

„Diesen Zustand können wir nicht akzeptieren“, führte sie fort. „Nun ist es an der Zeit, ‚nein‘ zu sagen. Wir möchten auf die letzte Ansprache des Papstes an die amerikanischen Bischöfe bei ihrem Ad-Limina-Besuch im Januar antworten. Er sagte damals, dass die Katholiken den öffentlichen Raum wieder betreten sollten. Wir dürfen den öffentlichen Raum nicht unseren Feinden überlassen, denn diese sind immer dort. Wir, die Katholiken, müssen den öffentlichen Raum wieder erobern.“

[Übersetzung des englischen Originals von Sarah Fleissner]