Der Nuntius in Australien freut sich auf den Weltjugendtag

Papst Benedikt wird nicht nur den Jugendlichen Grund zur Hoffnung geben

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SYDNEY, 13. Mai 2008 (ZENIT.org).- Der Weltjugendtag werde Australien Grund zur Hoffnung geben, betonte der Apostolische Nuntius für Australien, Erzbischof Giuseppe Lazzarotto, im Gespräch mit ZENIT.



„Die Tatsache, dass der Weltjugendtag so nahe bevorsteht, gibt dem Beginn meiner Tätigkeit mehr Gewicht und macht sie noch interessanter“, erklärte der Vertreter des Heiligen Vaters, der sein Amt im Dezember 2007 übernommen hatte. „Seit den ersten Tagen nach meiner Ankunft habe ich engen, direkten Kontakt mit vielen Menschen herstellen können, die aktiv an der Vorbereitung dieses bedeutenden Ereignisses beteiligt sind – einer Gelegenheit, der wir alle mit großer Vorfreude und Hoffnung entgegenblicken.“

Erzbischof Lazzarotto verlieh seiner Zuversicht Ausdruck, dass der Weltjugendtag 2008 in Sydney „eine segensreiche Wirkung auf das australische Volk und alle Teilnehmer“ haben werde. Schon jetzt erlebe er „tief berührende Zeugnisse rund um den Weg mit dem Weltjugendtagskreuz und der Weltjugendtagsikone durch alle Diözesen des Landes, die eine tiefgeistliche Atmosphäre schaffen“. Zudem habe er den Eindruck, dass alle Menschen willkommen seien, an dieser Stimmung teilzuhaben – nicht nur junge Katholiken.

„Ich hege die Hoffnung – und ich weiß, sie wird von vielen geteilt –, dass der Weltjugendtag und der Besuch Benedikts XVI. für die australische Bevölkerung Gelegenheiten sein werden, um neue Hoffnung zu schöpfen, um die Freude darüber, Christ zu sein, wiederzugewinnen, und neuen Mut zu fassen, um den Glauben in der Welt von heute zu bezeugen. Denn dazu lädt uns der Heilige Vater ja unermüdlich ein.“

Auch für Nichtglaubende „könnte der Weltjugendtag eine wunderbare Gelegenheit bedeuten, ein tieferes Nachdenken über die Religion in der modernen Gesellschaft in Gang zu bringen“.

Auf die Frage, wie stark der Einfluss der Säkularisierung in der australischen Kultur sei, erklärte der hochrangige Kirchenvertreter, der seit 37 Jahren im diplomatischen Dienst tätig ist: „Der Säkularismus ist ein weit verbreitetes Problem, das viele Länder betrifft, und – soweit ich sehe – scheint es mir hier in Australien nicht akuter zu sein als anderswo. Er stellt ein Problem dar, das sich in jedem Land auf andere Weise zeigt; er hat viele Gesichter, gehört analysiert und muss tiefer verstanden werden.“

Papst Benedikt XVI. habe bei seinem letzten Besuch in den USA und bei den Vereinten Nationen zu einem solchen tiefgehenden Nachdenkprozess ermutigt – insbesondere als er davon gesprochen habe, „dass auch in einer hochtechnisierten Welt eine Einstellung zum Leben, die fest in einer religiösen Dimension verankert ist, im Endeffekt den Wünschen und Hoffnungen jedes Menschen, der Gemeinschaft und des ganzen Volkes besser gerecht wird“.

Erzbischof Lazzarotto wies außerdem darauf hin, dass die Worte des Papstes an die US-Bischöfe sicherlich auch für Australien gälten, nämlich dass der Säkularismus die Kirche dazu herausfordere, ihre Sendung für die moderne Welt neu zu bekräftigten und aktiver fortzuführen. Es stehe ihm allerdings nicht zu, dem Papst vorzugreifen und zu erklären, was dieser wohl bei seinem Besuch in Australien sagen werde. Er sei sich jedoch ganz sicher, dass der Heilige Vater eine Botschaft bringen werde, die alle erreiche.

„Nach den beiden erfolgreichen Besuchen von Papst Johannes Paul II. heißt Australien Benedikt XVI. nun mit offenen Armen willkommen“, versicherte der Nuntius. „Wenn der Besuch dieses Mal vom Wunsch beseelt ist, mit den jungen Menschen des Weltjugendtages zusammenzutreffen, so bin ich mir dennoch sicher, dass die Gedanken des Heiligen Vaters auch darüber hinaus gehen und auf alle Menschen guten Willens in diesem weiten Land gerichtet sind.“

Erzbischof Lazzarotto war vor seinem Dienstantritt in Australien sieben Jahre lang als Apostolischer Nuntius in Irland tätig. Diese Zeit helfe ihm, „die Kirche in Australien besser zu verstehen. Sie war ja in ihren Anfängen von einer starken Verbundenheit mit der irischen Kirche geprägt.“

Aber auch Dank seiner diplomatischen Dienste in Ländern wie Sambia, Malawi, Kuba, Jerusalem und dem vatikanischen Staatssekretariat fühle er sich gut vorbereitet und in der Lage, sich in die multi-ethnische Kultur Australiens einzufügen.

Besonders habe ihn an seiner Nominierung Folgendes gefreut: „Endlich kann ich einige meiner weit entfernt lebenden Verwandten treffen, die im Lauf des vergangenen Jahrhunderts von Italien hierher eingewandert sind.“ Aber selbst wenn Erzbischof Lazzarotto keine Verwandte in Australien hätte, wäre er sehr zufrieden.

Wörtlich sagte er diesbezüglich: „Es klingt vielleicht etwas abgedroschen, aber ich fühle mich hier einfach wie zu Hause – so empfinde ich wirklich. Wo immer ich in diesen ersten Wochen hingekommen bin, wurde ich mit großer Herzlichkeit und Freundlichkeit begrüßt. Das wird mir in der Anfangsphase dieses Dienstes bestimmt helfen.“

[Das Interview führte Catherine Smibert; Übertragung ins Deutsche durch
Christine und Gerhard Gutberlet]