Der "Ökotourismus" kann zu neuen Formen des "Kolonialismus" führen, so der Papst

Botschaft zum 22. Welttourismustag

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VATIKAN, 25. Juni 2002 (ZENIT.org).- Papst Johannes Paul II. hat in einer Botschaft an die Teilnehmer des 22. Welttourismustages am 27. September vor der Gefahr des sogennannten "Ökotourismus" gewarnt, der zu neuen Formen von "Missbrauch und Diskriminierung" führen könne.



Das am Dienstag veröffentlichte Dokument weist auf den sogenannten "Ökotourismus" hin, der in seinen Ansätzen sicherlich gut sei, doch müsse man aufpassen, dass er nicht degeneriere und zum Vehikel von Missbrauch und Diskriminierung werde".

"Fördert man den Umweltschutz als Ziel in sich selbst, läuft man Gefahr, dass moderne Formen des Kolonialismus entstehen, welche die traditionellen Rechte von Kommunitäten in bestimmten Gebieten beschädigen könnten", so der Papst.

"Auf diese Weise kann der Umweltschutz zu einem Hindernis für das Überleben und die Entwicklung örtlicher Kulturen werden, und der Autorität der örtlichen Regierungen werden so die wirtschaftlichen Mittel entzogen, sind sie doch die ersten Verantwortlichen für die Ökosysteme und die Biodiversität in den jeweiligen Gebieten".

"Jegliche Intervention auf dem Gebiet des Umweltsystems muss unbedingt die Folgen auf anderen Gebieten in Betracht ziehen, allgemeiner ausgedrückt, die Wirkung auf den Wohlstand der kommenden Generationen", so heißt es in der Botschaft.

"Der Ökotourismus bringt normalerweise Menschen an Orte, in Gebiete und Regionen, deren natürliches Gleichgewicht ständiger Aufmerksamkeit bedarf, um nicht kompromittiert zu werden", so der Papst. Daher forderte er auch "Studien und rigorose Kontrollen, die darauf ausgerichtet sind, Achtung vor der Natur mit dem Recht des Menschen auf persönliche Entwicklung in Einklang zu bringen".