Der Papst antwortet auf Fragen zu Glauben und Aktualität

Die italienische Tageszeitung "La Repubblica" veröffentlicht Brief

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 532 klicks

Am gestrigen Morgen veröffentlichte die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ auf der Titelseite einen ausführlichen Brief von Papst Franziskus, der an den bekannten Gründer und ehemaligen Chefredakteur der Zeitung, Eugenio Scalfari, gerichtet ist. Dieser hatte zuvor dem Pontifex den Zeitgeist beschäftigenden Glaubensfragen gestellt, die in zwei Ausgaben publiziert wurden. Der Journalist und Schriftsteller bezeichnet sich als einen Nichtgläubigen, der sich seit vielen Jahren für die Predigten Jesu von Nazareth interessiert und von diesen fasziniert ist. Papst Franziskus lud ihn ein, ein Stück des Weges gemeinsam zu gehen.

Papst Franziskus schreibt, es sei die Zeit gekommen – und das Zweite Vatikanische Konzil habe diese eingeleitet –, einen offenen Dialog ohne Vorurteile zu führen, der die Türen für eine ernsthafte und fruchtbare Begegnung öffne. Papst Franziskus spricht von einem Paradox, dass der christliche Glaube, dessen Neuigkeit und dessen Blickwinkel auf das menschliche Leben von Beginn an durch das Symbol des Lichtes Ausdruck finde, oft als die Dunkelheit des Aberglaubens abgestempelt worden sei, der sich dem Licht des Verstandes wiedersetze.

Für denjenigen, der Jesus im Licht des Glaubens folgen wolle, sei der zu führende Dialog ein innerer und unerlässlicher Ausdruck seiner Existenz als Glaubender, so Papst Franziskus. Sein eigener Glaube sei mit der Begegnung mit Jesus geboren worden. Aber, so fügt er hinzu, ohne die Kirche hätte er ihm nicht begegnen können. Im Folgenden erklärt der Pontifex, ein Christ glaube, dass Jesus der Sohn Gottes sei und gekommen sei, um sein Leben zu geben, um allen damit den Weg der Nächstenliebe zu öffnen.

Scalfari gab zu den Worten von Papst Franziskus einen ersten Kommentar ab, über den Dialog mit dem „verlorenen Schaf“, wie er sich selbst nannte. Sein Brief sei ein weiterer Beweis für die Fähigkeit und den Wunsch des Papstes, die Hindernisse zu überwinden, indem er mit allen auf der Suche nach Frieden, Liebe und Zeugnis einen Dialog führe.

Wer den ersten Teil des Briefes in deutscher Übersetzung nachlesen möchte, findet ihn hier. Der zweite Teil folgt morgen, Freitag, dem 13. September.

Das italienische Original ist unter folgendem Link zugänglich.