Der Papst äußerte seine Zufriedenheit über die Fortschritte der katholischen Kirche in Moldawien

Ankündigung der Beilegung der Streitigkeiten über das konfiszierte kirchliche Eigentum

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ROM, Freitag, 10. Juni, 2011 (ZENIT.org). - Gestern Vormittag empfing Papst Benedikt XVI. den neuen Botschafter der Republik Moldawien beim Heiligen Stuhl, Stefan Gorda, und drückte seine Zufriedenheit über die Fortschritte der Kirche in diesem Land Osteuropas aus.

Anlässlich der Präsentation des Beglaubigungsschreibens dankte der Papst in seiner Ansprache an den Botschafter Gorda Moldawien „für die rechtliche Anerkennung der katholischen Kirche in der Republik Moldau, für ihre fortschreitende Organisation und für den Bau neuer Kirchen wie den der Kathedrale.“ Diese Tatbestände „zeigen die Vortrefflichkeit des Dialogs und der Zusammenarbeit zwischen den staatlichen Einrichtungen und der katholischen Kirche.“

Es gebe allenfalls „einige Probleme aus der jüngsten Vergangenheit“, die auf eine Lösung warteten, erklärte der Papst und betonte, dass „das Bestreben, die Wunden zu heilen und zu schließen, eine weitere Möglichkeit darstellt, zur Einheit und Entwicklung des Landes positiv beizutragen.“

„Hoffentlich haben die zivilen Behörden den Mut, zufriedenstellende, faire und gerechte Lösungen für das beschlagnahmte kirchliche Eigentum zu finden, damit die katholische Kirche über die Mittel verfügt, um ihre Sendung nicht nur im religiösen Bereich, sondern auch in der Bildung, im Gesundheitswesen und im karitativen Bereich zu erfüllen“, so der Papst.

Benedikt XVI. präzisierte, dass „die Kirche nicht die Gewährung von besonderen Vorteilen erbittet“, sondern „treu zu ihrem einem eigenen Auftrag stehen will und jedem Menschen ohne Unterschied dienen möchte, entsprechend der ihr von Christus anvertrauen Sendung.“

An die Jugendlichen Moldawiens richtete der Papst einige besondere Worte: „Ich bete für sie und möchte sie ermutigen“. Er drückte seine „Freude“ über die Tatsache aus, dass einige Hunderte von ihnen erstmals am Weltjugendtag im August in Madrid, Spanien, teilnehmen werden.

Der Papst wies darauf hin, dass „im Oktober dieses Jahres die katholische Kirche die erste soziale Woche organisieren wird“, und dass er diese beiden Veranstaltungen mit „großer Zufriedenheit“ sehe.

Die Katholiken stellen in Moldawien eine kleine Minderheit in der Bevölkerung dar. 98 Prozent der 4,3 Millionen Einwohner sind orthodoxe Christen.

Europäischer Kurs

Benedikt XVI. erinnerte auch an den 20. Jahrestag der Unabhängigkeit Moldawiens, der in diesem Jahr gegangen wird.

Mit Verweis auf die „große Hoffnung, die in der Bevölkerung vorherrscht, dass die wirtschaftlichen und die Probleme der nationalen Einheit gelöst werden“, betonte der Papst, dass „die Einheit in Frieden und Gelassenheit ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung ist und dass diese Entwicklung auch eine positive Auswirkung auf die Verwirklichung der Einheit hat.“

„Ich bete, dass zum Wohle aller dauerhafte Lösungen mittels einer gerechten politischen Vermittlung und der Wahrung der verschiedenen Ethnien gefunden werden.“

Der Papst bezeichnete es als „gut, dass Moldawien den Wunsch hat, zum gemeinsamen europäischen Haus zurückzukehren, aber dieses legitime Anliegen kann nur unter der Achtung der positiven Werte des Landes verwirklich werden“, und „darf nicht ausschließlich von der Wirtschaft und dem materiellen Wohlstand bestimmt sein“.

„Die Idealisierung dieser beiden Elemente in der Vergangenheit zeigt die Fallstricke, die es zu vermeiden gilt“. Der Papst wies darauf hin, dass diese „einen einseitigen Verzicht der säkularen Werte ihrer Kultur bewirken können.“

In diesem Zusammenhang erinnerte der Heilige Vater daran, dass die orthodoxe Kirche „immer gemeinsam mit der katholischen Kirche die religiösen und kulturellen Werte gegen den Materialismus und den Relativismus verteidigt hat, die den christlichen Beitrag zum Leben und zur Gesellschaft in Frage stellen.“

Der Papst wünschte, dass die brüderlichen Beziehungen zwischen den orthodoxen und katholischen Gläubigen sich vertiefen mögen. „Diese Beziehungen von gegenseitigem Respekt und Freundschaft sind ein Zeugnis der Liebe, das deutlich macht, dass sich die Herzen über die Trennungen und deren Folgen hinaus für Versöhnung, Solidarität und Brüderlichkeit öffnen können.“

Aufgrund seiner Tradition und seines christlichen Glaubens könne „Moldawien in der Europäischen Union dazu beitragen, das wiederzuentdecken, was die Europäischen Union nicht sehen will und sogar verneint“, schloss der Heilige Vater.

Christliche Werte

Auch der Botschafter nahm in seinem Grußwort an den Papst, das im „Osservatore Romano“ veröffentlich wurde, auf die Entwicklung Moldawiens seit der Unabhängigkeit am 27. August 1991 Bezug.

„Dieses einzigartige Ereignis hat uns ermöglich, neue Fabriken, Gebäude, Kathedralen zu bauen, aber es war für uns viel schwerer, den Menschen nach Jahrzehnten der Demütigung und der Schwierigkeiten ihre Würde, ihre Hoffnung und ihren Glauben wiederzugeben,“ bekannte Stefan Gorda.

Er wies darauf hin, dass „eine der wichtigsten Aufgaben der Republik Moldau und ihrer Bürger darin besteht, die grundlegenden Richtlinien wieder zu finden und unsere Ziele genau zu definieren“, um „so bald wie möglich, vollständig und ohne Störungen zur europäischen Familie zurückzukehren.

Wir hoffen, unser Ideal der Zugehörigkeit zu einem vereinten Europa und der christlichen Werte verwirklicht zu sehen. Wir bekräftigen unsere Überzeugung, um dieses göttliche Geschenk einer europäischen Sichtweise zu empfangen“, so der Botschafter.

Gorda erkannte die wertvolle Unterstützung an, die Moldawien in den letzten Jahren „in seinem europäischen Kurs durch den Heiligen Stuhl erfahren hat“, und drückte dem Papst die „tiefe Hochachtung des moldawischen Volkes aus.“

„Wir wollen alle notwendigen Voraussetzungen für das reibungslose Funktionieren der katholischen Gemeinschaft in Moldawien sicherstellen und jene Gleichstellung der Bedingungen, die dieser wichtigen gesellschaftlichen Gruppe erlaubt, zur moralischen Läuterung beizutragen und zur Ausdehnung der Bemühungen um eine europäische Integration unseres Landes.“

[Übersetzung aus dem Spanischen von Iria Staat]