Der Papst bekräftigt seinen eigenen Wunsch, Mexiko und Kuba zu besuchen

Messe am Festtag der Madonna von Guadalupe im Petersdom

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VATIKANSTADT, 13. Dezember 2011 (ZENIT.org).- „Das Land gab seinen Ertrag (Ps 67, 7)“, so  der Psalmenzitat in der Predigt von Papst Benedikt XVI. bei der heiligen Messe gestern Nachmittag in der Petersbasilika zur Feier der Madonna von Guadalupe.

Mit diesen Worten wollte der Heilige Vater den Erfolg der Evangelisierung auf dem gesamten neuen Kontinent unterstreichen, insbesondere nach 1531, dem Jahr der Erscheinung der Jungfrau in Guadalupe. Das Ereignis der heutigen Feier fiel mit dem zweihundertsten Bestehen der Unabhängigkeit der lateinamerikanischen Nationen zusammen.

Die Messe wurde vom Papst gemeinsam mit Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, dem Präfekten der Bischofskongregation und dem Präsidenten der päpstlichen Kommission für Lateinamerika, Marc Ouellet, dem Erzbischof der Stadt Mexiko, Kardinal Norberto Rivera Carrera, und dem Erzbischof von Aparecida, Kardinal Raymundo Damasceno Assis, gefeiert.

Kurz vor der Eucharistiefeier las der Sekretär der päpstlichen Kommission für Lateinamerika, Guzman Carriquiry, einige Texte zum zweihundertsten Jahrestag der Unabhängigkeit und der Madonna von Guadalupe, während Kardinal Nicolas de Jesus Lopez Rodriguez, Erzbischof von San Diego, die Messe mit einer Anrufung Marias begann.

„Der Nachfolger Petri“, kommentierte Benedikt XVI. während der Predigt, „konnte dieses Ereignis nicht vorbeigehen lassen, ohne der Freude der Kirche über die reichlichen Gaben Gottes in seiner unendlichen Güte Rechnung zu tragen, die er während dieser Jahre den heiß geliebten Nationen zugedacht hat, die so die Heilige Maria anrufen.‘ 

Die „Morenita del Tepeyac", die sich auf göttliche Weise auf dem Tuch des Indios San Juan Diego abbildete, ist heute im Wallfahrtsort von Guadalupe ausgestellt, in der Nähe von Mexiko City. Sie sei ein Symbol für die Frau in der Apokalypse (Offb 12, 1–2), wie der Papst erklärte.

Die „Guadalupana“ sei ein Zeichen des Retters an die indigene Bevölkerung und die Mestizen, die einen immer zum göttlichen Sohn hinführe, der sich als Ursprung der Würde aller Menschen offenbare, mit einer Liebe, die stärker als die Kräfte des Bösen und des Todes und Quelle der Freude, kindlichen Vertrauens, des Trostes und der Hoffnung sei.

Der Heilige Vater lenkte den Blick außerdem auf das Magnifikat, einen Gesang „des Dankes für die Fülle der Gnade, die in der Heilsökonomie ausgeteilt wird“, wie es der Katechismus der katholischen Kirche bekräftige (2619).  Es enthalte eine „Geste der Dankbarkeit Gott gegenüber und der Demut seiner Dienerin“, in der Gott „auf wunderbare Weise seine Liebe zu allen Menschen, insbesondere zu denen, die vor einer schweren Bewährungsprobe stehen, offenbart“.

Aber der Herr sei auch zu preisen„für die Wunder, die er im Leben der Lateinamerikaner und der Menschen auf der ganzen Welt vollbracht hat, dank der Mutter Christi, indem sie ihr Ja sprach, um die Liebe Gottes unter den Menschen kundzutun.“

Ihr Sohn Jesus sei „die endgültige Antwort auf die Fragen über den Sinn des Lebens und auf die fundamentalen Fragen, die noch heute viele Männer und Frauen auf dem amerikanischen Kontinent bedrängen“, so Benedikt XVI., indem er die postsynodale apostolische Exhortation „Ecclesia in America“ zitierte.

Der Papst auf Konkretes und Aktuelles übergehend, unterstrich, dass „der Weg der Integration auf diesem liebenswerten Kontinent voranschreitet, der bisweilen als ein neuer Protagonist im Weltkontext empfunden wird“.

Aus diesem Grund wünschte der Papst, dass die verschiedenen lateinamerikanischen Völker ihren reichen Schatz des Glaubens und ihre kulturhistorische Dynamik bewahren sollten, immer Verteidiger des menschlichen Lebens vom Beginn an bis zum natürlichen Tod bleiben und Förderer des Friedens werden mögen“.

Außerdem rief er zum Schutz der Familie „in ihrem ursprünglichen Wesen“ auf sowie zu Erziehungszielen, die „die Menschen auf rechte Weise vorbereiten und ihnen das Bewusstsein ihrer eigenen Fähigkeiten verleihen, in der Art, dass sie ihrer eigenen Bestimmung würdig und verantwortlich gegenübertreten können.“   

Der amerikanische Kontinent müsse sich außerdem „der Versöhnung, der Brüderlichkeit und der Solidarität“  verschreiben, indem er jede Kraft aufbringe, „das Elend, den Analphabetismus und die Korruption“ zu überwinden und  „jede Form von Ungerechtigkeit, Gewalt, Kriminalität, städtischer Unsicherheit, Drogenhandel und Erpressung“ zu ersticken. 

Benedikt XVI. zitierte weiterhin die Worte seines seligen Vorgängers Johannes Pauls II., der 1983 in Aparecida einen radikalen Glauben verkündete, „der tiefer in den Herzen der Menschen des neuen Kontinents“ wurzele, da sich dort „die Zahl der wahrhaftigen Jünger und Missionare“, die im Dienst dieses Landes stünden, zum „Mehren des Guten, des Triumphs der Liebe und der Verbreitung der Gerechtigkeit‘, vervielfache.

Die Absicht, die päpstliche Reise nach Mexiko und Kuba vor dem nächsten Osterfest auf sich zu nehmen, bestätigte der Papst mit den folgenden Worten: „Ziel ist‚ das Wort Gottes zu verkünden, in der Überzeugung, dass dies eine wertvolle Zeit der Evangelisierung mit starkem Glauben, einer lebendigen Hoffnung und einer glühenden Liebe ist“.

Die Fürsprache der Heiligen Maria von Guadalupe für die lateinamerikanischen Völker anrufend, drückte der Papst am Ende den Wunsch aus, dass die Madonna „ein heldenhaftes Vorbild  christlicher Tugend und ein Beispiel für die Neuevangelisierung bieten möge.“

[Übersetzung aus dem Italienischen von Anna Finkbeiner]

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255 S., List Taschenbuch