Der Papst betet für die anglikanische Gemeinschaft

Ein Schisma ist nicht wünschenswert

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ROM, 14. Juli 2008 (ZENIT.org).- Während des über 20stündigen Fluges nach Australien gewährte Papst Benedikt XVI. den in seiner Maschine mitfliegenden Journalisten die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Aufgrund eines technischen Problems funktionierten die Satellitentelefone an Bord während des ganzen Fluges nicht. Die Welt musste auf die Ankunft des Heiligen Vaters in Australien warten, um über die Geschehnisse des letzten Tages informiert zu werden.

Benedikt XVI. ging zum ersten Mal auf die Spannungen innerhalb der anglikanischen Gemeinschaft ein. Die Synode von York hatte beschlossen, auch in der Church of England Frauen zur Bischofsweihe zuzulassen. Viele Bischöfe, Priester und Gläubige sind gegen diese Entscheidung, die für sie einen endgültigen Traditionsbruch darstellt und unvereinbar ist mit der Wahrheit der christlichen Lehre. Eine Spaltung innerhalb der anglikanischen Gemeinschaft wird von vielen befürchtet.

In den vergangenen Wochen hatten drei anglikanische Bischöfe die Kongregation für die Glaubenslehre kontaktiert und darum gebeten, in die katholische Kirche aufgenommen zu werden. Der Vatikan hatte aufgrund der vielschichtigen Fragestellungen hinsichtlich der Lehre und Disziplin vorsichtig reagiert.

Der Papst brachte seine Nähe im Gebet zu den anglikanischen Bischöfen zum Ausdruck und sprach die Hoffnung aus, dass während der traditionellen Lambeth-Konferenz am 16. Juli, bei der Vertreter der gesamten anglikanischen Gemeinschaft zusammenkommen werden, neue Spaltungen vermieden werden könnten. „Mein wesentlicher Beitrag“, so Benedikt XVI. zur Lambeth-Konferenz, „kann allein im Gebet bestehen, und meine Gebet wird den anglikanischen Bischöfen, die zusammentreten, sehr nahe sein“.

Die katholische Kirche könne und dürfe sich nicht unmittelbar in deren Diskussionen einmischen. „Wir respektieren ihre Verantwortung“, so der Papst. „Der Wunsch ist, dass sie neue Brüche vermeiden können und eine Lösung in der Verantwortung vor unserer Zeit und dem Evangelium gefunden werden kann.“ Beides müsse zusammengehen. Das Christentum müsse in der gegenwärtigen Welt die ganze Botschaft Christi gegenwärtig machen und in Treue zu dieser Botschaft seinen Beitrag leisten.