Der Papst empfängt Überlebende des Holocausts

Nach der Generalaudienz

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ROM, 26. November 2009 (ZENIT.org).- Nach der gestrigen Generalaudienz empfing Papst Benedikt XVI. die 84-jährige Jüdin Cäcilie Peiser, Überlebende des Holocausts, begleitet vom Salesianerpater Norbert Hofmann, Sekretär der Päpstlichen Kommission für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum.

Die Überlebende überreichte dem Papst ihre Biografie mit persönlicher Widmung versehen.

„Nach der Reichskristallnacht im Jahre 1938 im Alter von dreizehn Jahren sah ich mich gezwungen, mit meiner jüngeren Schwester Jutta und anderen Kindern nach Holland zu fliehen“, äußerte Cäcilie Peiser gegenüber der vatikanischen Zeitung L'Osservatore Romano.

Erst nach der Befreiung der Niederlande und am Ende des Zweiten Weltkriegs, während sie sich um ehemalige Häftlinge der Nazi-Vernichtungslager, die an Tuberkulose erkrankt waren, kümmerte, erfuhr sie, dass ihre Mutter und ihr jüngerer Bruder in ein Konzentrationslager deportiert und dort getötet worden waren - der Vater war schon zuvor gestorben. Ihre ältere Schwester Hannah hatte durch ihre Flucht nach Haifa ihr Leben gerettet.

„Im Jahre 1946 wanderte ich ebenfalls nach Palästina aus“, teilte sie mit, „wo ich mich für das friedliche Zusammenleben zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen einsetzte. Im Jahre 1957 kehrte ich nach Deutschland zurück, um mich um behinderte Kinder zu kümmern.“

Cäcilie Peiser ist die Gründerin und ehrenamtliche Präsidentin des Vereins „Child-Survivors-Deutschland“ für die überlebenden Kinder der Shoah, die auch als ältere Menschen die Folgen der traumatischen Erlebnisse jener Jahre noch in sich tragen.

www.child-survivors-deutschland.de

Aus dem Spanischen übersetzt von Iria Staat