Der Papst erinnert an die Seligsprechung von Schwester Maria Serafina

Gründerin des Instituts der „Suore degli Angeli“ (Schwestern der Engel): Anbetung und Nächstenliebe

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VATIKANSTADT, Montag, 30. Mai 2011 (ZENIT.org).- Am gestrigen Sonntag richtete Papst Benedikt XVI. bei seinen Grußworten an die auf dem Petersplatz zum Regina Caeli versammelten Pilger auch voll Freude seine Gedanken an Schwester Maria Serafina vom Herzen Jesu (damals Clotilde Micheli), die am Samstag in Faicchio, einem kleinen Dorf in der Gegend von Benevento, seliggesprochen worden war.

„Während wir uns an das hundertste Jubiläum ihrer Geburt für den Himmel erinnern“, sagte der Heilige Vater, „freuen wir uns mit ihren geistigen Töchtern und all ihren Verehrern“.

Den Vorsitz der feierlichen Zeremonie führte im Namen des Papstes Angelo Kardinal Amato, Präfekt der Kongregation für die Heiligsprechungen, der in seiner Predigt die Worte wiederholte, die Mutter Serafina üblicherweise zu ihren Mitschwestern geäußert hatte: „Seit immer Engel des Lichtes und der Liebe, um die Seelen mit den zwei Flügeln des Wortes und des guten Beispiels zu Gott zu führen“.

Am 11. September 1849  in Trient geboren und am 24. März 1911 in Faicchio gestorben, ermutigte die neue Selige dazu, auf Erden Engel zu sein, da die Engel im Himmel diejenigen sind, die Gott am nächsten sind und sein Antlitz schauen.

Die Betrachtung der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in der Eucharistie und die Hilfe für die Brüder in tatkräftiger Nächstenliebe sind die zwei Säulen, um welche das gesamte Werk der Ordensfrauen des Instituts der „Suore degli Angeli“ kreist, das nach verschiedenen Schwierigkeiten im Jahre 1891 gegründet wurde.

Das trinitarische Charisma des Instituts, so Kardinal Angelo Amato, habe seine Ursache darin, dass die Schwestern „wie die Engel zu einer dauernden Anbetung der Dreifaltigkeit berufen sind. Darum sind die ‚Suore degli Angeli‘ sowohl in den Schulen, Krankenhäusern und Pfarreien als auch in der Mission ‚ad gentes‘ tätig. Es handelt sich um ein Charisma der universalen Liebe, das in den Tiefen des Gebets und der eucharistischen Anbetung seine Quelle hat“.

„Mutter Serafina war eine starke Frau“, führte der Kardinal aus, „tapfer und demütig. In diesem Jahr 2011, in dem wir des 150-jährigen Bestehens der Einheit Italiens gedenken, ist Mutter Serafina eine wahrhaft ,italienische‘ Frau. In ihr sind die Tugenden der Menschen aus dem Norden, wie Arbeitsamkeit, Tapferkeit und Durchhaltevermögen, mit den Tugenden der Menschen aus dem Süden wie Enthusiasmus, Kreativität und Fröhlichkeit harmonisch verwoben.“

Die Bedeutung des Umherziehens in ihrem Leben trug ihr unter den Mitschwestern den Beinamen „Pilgerin Gottes“ ein. Nach ihrem Beispiel gründeten die „Suore degli Angeli“ unzählige Missionshäuser in der ganzen Welt, in denen der Samen der Evangelisierung blüht und die heute ein Zeichen der Hoffnung sind, wenn man die blühenden Berufungen betrachtet.

„Außer ihrer Heiligkeit“, so schloss der Kardinal, „ist die Bereitschaft von Mutter Serafina von großer aktueller Bedeutung, für die ihr von Gott anvertrauten Berufung zur Verfügung zu stehen. Dies ist eine Einladung auch an uns, dem Ruf Gottes keine Hindernisse in den Weg zu legen, sowohl im priesterlichen und religiösen als auch im familiären Leben“.  

[Übersetzung aus dem Italienischen von Josef Stolz]