Der Papst erklärt am Osterfest das Wesen der Taufe

"Seine Auferstehung wird dank der Taufe unsere Auferstehung"

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ROM, 16. April 2006 (ZENIT.org).- "Vom auferstandenen Christus erwarten – manchmal auch unbewusst – all jene Hoffnung, die immer noch eingezwängt sind durch die Fesseln des Leidens und des Todes", rief Papst Benedikt den Hunderttausenden von Menschen aus aller Welt zu, die mit ihm den heutigen Ostersonntag begingen.



20 Blumenbinder hatten den Petersplatz mit prachtvollen Blumen geschmückt, die bereits seit21 Jahren aus den Niederlanden kommen und ein deutliches Zeichen für den Sieg des Lebens über den Tod geben wollen. Sie bildeten gewissermaßen eine sichtbare Einführung zu den Worten Benedikts XVI., der darauf hinwies, dass die Auferstehung Christi "dank der Taufe, die uns in ihn 'einfügt', unsere Auferstehung" werde. Der Papst, der am heutigen Tag seinen 79-jährigen Geburtstag feierte, nahm damit ein Thema auf, dass er während der Osternacht ausführlich beleuchtet hatte.

"Die große Explosion der Auferstehung hat in der Taufe nach uns gegriffen", hatte er plastisch erklärt. "So gehören wir einer neuen Dimension des Lebens zu, in die wir mitten in den Bedrängnissen dieser Zeit schon hineingehalten sind. In diesen offenen Raum hineinzuleben, das heißt getauft sein, das heißt Christ sein. Das ist die Freude der Osternacht."

Aus diesem Grund sei Auferstehung nicht etwas Vergangenes: "An ihr, das heißt am auferstandenen Herrn, halten wir uns fest, und wir wissen: Er hält uns fest, wenn unsere Hände zu schwach werden. An ihm halten wir uns fest, so halten wir auch einander fest, werden einer, nicht nur eins. Ich, doch nicht mehr ich: Das ist die von der Taufe vorgegebene Formel der christlichen Existenz, die Formel der Auferstehung mitten in der Zeit. Ich, doch nicht mehr ich: Wenn wir so leben, gestalten wir die Welt um. Es ist die Gegenformel zu allen Ideologien der Gewalt und das Gegenprogramm zu Korruption und Suche nach Macht und Habe."

Das Wesen der Taufte hatte Benedikt XVI. in der Ostervigil mit folgender Definition auf den Punkt gebracht: "Das eigene Ich wird mir genommen und eingefügt in ein größeres, in ein neues Subjekt. Dann ist es wieder da, aber eben verwandelt, umgebrochen, aufgebrochen durch die Zugehörigkeit zum anderen, in dem es seinen neuen Existenzraum hat." Durch die Taufe sei dem Menschen ein völlig neues Leben geschenkt: "Wir leben durch das Mitsein mit ihm, durch das Angeheftetsein an ihn, der das Leben selber ist."

In diesem Zusammenhang hatte der Heilige Vater eine zentrale, oft wiederholte Aussage seiner ersten Enzyklika mit anderen Worten neu zum Ausdruck gebracht: "Leben kommt uns aus dem Geliebtsein von dem, der das Leben ist; aus dem Mitlieben und Mitleben mit ihm. Ich, doch nicht mehr ich: Das ist der Weg des Kreuzes, der Durchkreuzung einer bloß ins Ich eingeschlossenen Existenz, und gerade so öffnet sich die wahre, die bleibende Freude."