Der Papst gedenkt der Ermordung von Millionen von Juden

„Die Shoah sei für alle eine Mahnung!"

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ROM, 28. Januar 2009 (ZENIT.org).- Gegen das Vergessen und die Leugnung der Shoah hat Papst Benedikt XVI. an diesem Mittwoch seine Stimme erhoben.

Nach den Diskussionen der vergangenen Tage um die Aufhebung der Exkommunikation für die Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X. und die Leugnung des Holocausts durch einen dieser Hirten, den Briten Richard Williamson, erklärte der Papst nach einem Bericht von Radio Vatikan heute am Ende der Generalaudienz: „In diesen Tagen, in denen wir der Shoah gedenken, kommen mir Bilder meiner wiederholten Besuche in Auschwitz wieder neu in Erinnerung, einem jener Lager, in denen ein höhnischer Mord an Millionen von Juden, den unschuldigen Opfern eines blinden Rassen- und Religionshasses, verübt wurde.

Während ich erneut aus ganzem Herzen meine volle und unbestreitbare Solidariät für unsere Brüder, die Träger des ersten Bundes, bekunde, wünsche ich, dass die Shoah die Menschheit dazu veranlassen möge, über die unvorhersehbare Macht des Bösen, wenn es das Herz des Menschen ergreift, nachzudenken.

Die Shoah sei für alle eine Mahnung gegen das Vergessen, gegen die Leugnung oder die Verharmlosung. Denn Gewalt, die gegen einen einzigen Menschen verübt wird, wird gegen alle verübt. ,Kein Mensch ist eine Insel‘, schrieb ein bekannter Poet.

Die Shoah lehre sowohl den alten als auch den jungen Generationen, dass nur der mühsame Weg des aufeinander Hörens, der Weg des Dialogs, der Liebe und der Vergebung die Völker, Kulturen und Religionen der Welt zum gewünschten Ziel der Brüderlichkeit und des Friedens in Wahrheit führt. Gewalt soll die Würde des Menschen nie wieder demütigen."