Der Papst gedenkt der Opfer des Holocausts

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WIEN, 7. September 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat im Anschluss an seine erste Begegnung mit den österreichischen Gläubigen beim Mahnmal von Rachel Whiteread auf dem anliegenden Wiener Judenplatz zusammen mit Oberrabbiner Paul Eisenberg der Opfer des Holocausts gedacht.



Beim stillen Totengedenken nahm unter anderem auch der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, und Generalsekretär Raimund Fastenbauer teil. Eisenberg überreichte dem Papst eine eigens verfasste Botschaft.

Der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn hatte noch auf dem Platz Am Hof daran erinnert, dass das Motto der Papstreise – „Auf Christus schauen“ – auch dazu auffordere, „auf unsere Wurzeln schauen“. Und er stellte fest: „Petrus war Jude. Die Apostel waren Juden. Maria ist Jüdin, und Jesus, ihr Sohn, unser Herr, ist durch sie Jude. Nie dürfen wir diesen Wurzelstamm vergessen, der uns trägt, und es gehört zur Tragik dieser Stadt, dass gerade hier diese Wurzel verleugnet wurde…, bis hin zum gottlosen Willen, das Volk zu vernichten, dem Gottes erste Liebe gilt. Heiliger Vater, am nahen Judenplatz werden Sie in stillem Verweilen der Opfer dieser Verblendung gedenken. Wir begleiten Sie dabei mit innerer Anteilnahme.“

Nach dem Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus fuhr Benedikt XVI. mit dem „Papamobil“ in die Apostolische Nuntiatur in der Theresianumgasse.

Das „Mahnmal für die ermordeten Juden Österreichs“ der britischen Künstlerin Rachel Whiteread wurde am 25. Oktober 2000 enthüllt und geht auf eine Initiative von Simon Wiesenthal zurück. Das Mahnmal ist eine Stahlbetonkonstruktion mit einer Grundfläche von zehn mal sieben Metern und einer Höhe von 3,8 Metern. Eine Inschrift in deutscher, englischer und hebräischer Sprache weist auf das Verbrechen der Shoah und die geschätzte Zahl der österreichischen Opfer hin: „Zum Gedenken an die mehr als 65.000 österreichischen Juden, die in der Zeit von 1938 bis 1945 von den Nationalsozialisten ermordet wurden.“