Der Papst: Gemeinsam für die Wahrheit Zeugnis geben

Audienz für die Delegation des Patriarchats von Konstantinopel anlässlich des Festes der heiligen Petrus und Paulus

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ROM, Mittwoch, 29. Juni 2011 (ZENIT.org).- Das gemeinsame Zeugnis aller Christen könne den modernen Menschen zur Wahrheit führen. Dies sagte Benedikt XVI. am vergangenen Dienstag beim Empfang einer Delegation des ökumenischen orthodoxen Patriarchats von Konstantinopel zu Beginn ihres traditionellen Besuchs, der vom Heiligen Stuhl anlässlich des Festes des heiligen Andreas, Patron des Patriarchats, erwidert werden wird.

Anlass des Besuchs ist das Fest der heiligen Petrus und Paulus, das am 29. Juni in allen christlichen Kirchen des Orients und des Okzidents gefeiert wird und dem in einigen orientalischen Traditionen eine Zeit des Fastens vorausgeht.

Zu Beginn seiner Rede unterstrich der Papst, dass die Teilnahme der Delegation an diesem Fest die Brüderlichkeit ausdrücke, die die Kirche von Rom und das ökumenische Patriarchat verbindet: „Die enge geistige Nähe, die wir bei jedem unserer Treffen empfinden, ist für mich ein Grund tiefen Glückes und Dankes gegenüber Gott. Gleichzeitig aber muss die noch nicht vollständige Gemeinschaft, die uns verbindet, weiterhin wachsen, bis sie die vollständige, sichtbare Einheit erreicht“.

Die Freundschaft zwischen der Kirche und dem Patriarchat sei außerdem ein Eckstein, der fest auf den Glauben gegründet sei, den wir als Zeugnis der Apostel erhalten hätten. Er fügte hinzu: „Durch das gemeinsame Zeugnis der Wahrheit des Evangeliums“, fügte er hinzu, „können wir dem Menschen unserer Zeit helfen, den Weg zur Wahrheit wieder zu finden“. Denn „in einem geschichtlichen Umfeld von Gewalt, Gleichgültigkeit und Egoismus fühlen sich viele Männer und Frauen unserer Zeit verunsichert“.

Der Heilige Vater erinnerte dann mit Freude an das gemeinsame Engagement mit dem Patriarchen Bartholomäus I. über grundsätzliche Themen der Suche nach der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens und in Erinnerung an den seligen Johannes Paul II. lud er alle christlichen Brüder dazu ein, am Tag der Besinnung, des Dialogs und des Gebets teilzunehmen, der am 27. Oktober in Assisi gehalten werden wird: „Das gemeinsame Wandern auf den Straßen der Stadt des heiligen Franziskus wird das Zeichen des Willens sein, weiterhin den Weg des Dialogs und der Brüderlichkeit zu beschreiten“.

Auch der Patriarch von Konstantinopel sandte über die Delegation eine Botschaft an den Papst, in der er seine Freude über dieses jährliche Treffen ausdrückte, in dem man, wie er schrieb, „Petrus, den Felsen des Glaubens und Paulus, das Lob des Universums“ feiere.

„Über diese himmlische Bemühung, unsere volle Gemeinschaft wieder erstellt zu sehen auf der Grundlage des Glaubens und des Bekenntnisses der Apostel und der Kirchenväter“, so der ökumenische Patriarch, „besitzen wir den gleichen Eifer wie Sie, Heiligkeit, der Sie dafür bekannt sind, das Fundament der apostolischen Tradition der Kirche zu sein“.

„Sicherlich“, betonte er, „ist es notwendig, sich zu bemühen, dass unser Weg zur Einheit auf den soliden Fundamenten des Glaubens und des Bekenntnisses der Apostel und der Väter gegründet wird. Und dies nicht nur, weil diese Traditionen seit dem  ersten Jahrtausend nach Christus bestehen, sondern auch, weil nur der wahre apostolische und patristische Glaube, auf richtige Weise interpretiert, in der Lage ist, das Heil des heutigen Menschen zu verwirklichen“.

Bartholomäus I. richtete zuletzt seine Glückwünsche zum 60. Priesterjubiläum an Benedikt XVI.

[Übersetzung aus dem Italienischen von Josef Stolz]