Der Papst und das kubanische Krokodil

Es folgt eine Geschichte, von der ihr vielleicht schon einmal gehört habt

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ROM, 27. März 2012 (ZENIT.org). - Bei der Verabschiedung des Krokodils Mitte März erklärte Erzbischof Giovanni Angelo Becciu, Leiter der Sektion für Allgemeine Angelegenheiten im Vatikan, Radio Vatikan, dass die Initiative ein Zeichen für „die Achtung der Natur und für die Freundschaft zwischen den Nationen“ seien.

Alles begann an einem Mittwochmorgen im Januar, als Vertreter des römischen Zoos der Generalaudienz Papst Benedikts XVI. beiwohnten, um das 100-jährige Bestehen des Zoos zu feiern. Einer der Anwesenden war Yitzhak Yadid, ein Mitarbeiter des Zoos und Betreuer eines kleinen Krokodils aus Kuba, das sich ebenfalls im Publikum befand.

Veronica Scarisbrick begegnete Yadid im römischen Zoo und stellte dabei fest, dass das Krokodil einer vom Aussterben bedrohten Art angehörte und illegal nach Italien gebracht worden war.

Daraufhin erzählte ihr Yadid die traurige Geschichte des Reptils: Eine Frau hatte es beschlagnahmt, mit einem Klebeband an ihrem Bein befestigt und so nach Italien geschmuggelt. Eine Zeitlang hielt sie das Krokodil an ihrem Wohnsitz in Norditalien, bis es die Polizei fand und in Verwahrung nahm.

Die Frau hatte das Krokodil laut eigener Aussage direkt aus der Wildnis genommen und machte Angaben zum betreffenden Gebiet.

Yadid gab an, das Krokodil befinde sich in einem Zustand der Verwahrlosung und Unterernährung und sei deshalb noch so klein (nur etwa 40 cm lang).

Des Weiteren sagte er, er erwarte noch eine Reihe von Genehmigungen für eine Wiedereingliederung des Krokodils in seinen natürlichen Lebensraum von Seiten der kubanischen Regierung.

Nach dem Interview mit Veronica war die Reisegenehmigung für das Krokodil zum Glück eingeholt. Der römische Zoo veranstaltete eine prunkvolle Abschiedsfeier für das Reptil, die von vielen die vatikanische, kubanische und italienische Fahne schwingenden Kindern besucht wurde.

Derzeit versucht sich das Krokodil an die klimatischen Bedingungen des Zoos von Havanna zu gewöhnen. Geplant ist jedoch eine Freilassung zurück in die Natur, sobald es dazu gerüstet ist…

[Übersetzung des englischen Originals von Sarah Fleissner]