Der Papst würdigt den \"großherzigen Dienst\" des verstorbenen Kosovo-Präsidenten Ibrahim Rugova

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ROM, 24. Januar 2006 (ZENIT.org).- In einem Beileidstelegramm, das heute, Dienstag, vom Heiligen Stuhl veröffentlicht wurde, erinnert Papst Benedikt XVI. an die standhaften politischen Tugenden\" des am Samstag verstorbenen Präsidenten des Kosovo Ibrahim Rugova.



Diese Tugenden hätten \"das Leben und den Dienst des Verstorbenen an seinen Mitbürgern inspiriert\", heißt es in dem Schreiben, das Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano dem apostolischen Administrator ad interim von Prizren, Erzbischof Zef Gashi SDB, zukommen ließ.

Am Montag betonte Pater Dietger Demuth, Hauptgeschäftsführer des Osteuropa-Hilfswerks \"Renovabis\" in Freising, dass Präsident Rugova der katholischen Kirche immer wohlwollend gegenübergestanden sei und gute Kontakte zu ihren Vertretern gepflegt habe. Der Priester verlieh seiner Hoffnung darüber Ausdruck, dass die frühere serbische Provinz auch nach dem Tod des Führers der Kosovo-Albaner dem Frieden ein Stück näher komme. Mit Blick auf die zukünftige Entwicklung im Kosovo appellierte der Ordensmann an die politischen Verantwortlichen in den EU-Mitgliedsstaaten: Was sich vor ihrer Haustür abspiele, dürfe ihnen nicht gleichgültig sein.

In Prizren, im Südwesten des Landes, fördert Renovabis ein privates Internat-Gymnasium für Mädchen und Jungen. Bereits am Aufbau dieser Schule war die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa finanziell maßgeblich beteiligt. Renovabis sieht in dem Gymnasium, das allen Volksgruppen und Religionsgemeinschaften offen steht, einen wichtigen Beitrag, um die Zukunftschancen der Kinder aus der Region zu verbessern.