Der Papst zu den Künstlern: nie die Kreativität von Wahrheit und Liebe trennen

Einweihung der Ausstellung zum 60. Priesterjubiläum des Papstes

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ROM, Dienstag, 5. Juli 2011 (ZENIT.org). - „Trennt nie die künstlerische Kreativität von Wahrheit und Liebe, sucht nie die Schönheit fernab von Wahrheit und Liebe, sondern seid immer mit dem Reichtum eurer Genialität, mit eurem kreativem Elan, mutige Sucher der Wahrheit und Zeugen der Liebe“.

So äußerte sich am Montag Papst Benedikt XVI. im Atrium der Aula Pauls VI., wo ihm als erstem die Ausstellung „Der Glanz der Wahrheit, die Schönheit der Liebe“ vorgestellt wurde, die sodann am Nachmittag für das Publikum geöffnet wurde.

Die Ausstellung, die zwei Monate lang bis zum kommenden 4. September zu sehen ist, vereinigt die Werke von sechzig sowohl gläubigen als auch nicht gläubigen Künstlern, sechs Architekten, sieben Fotografen, fünf Dichtern, sechs Musikern, sechs Goldschmieden, achtzehn Malern und zwölf Bildhauern, die ihre Werke persönlich Benedikt XVI. vorstellten.

Die Zeremonie bot dem Papst nach dem Treffen des 21. November 2009 in der Sixtinischen Kapelle die Gelegenheit, seinen „freundschaftlichen und leidenschaftlichen Aufruf“ an die Künstler neu zu beleben, „diese Welt menschlicher und schöner zu gestalten“.

Das Treffen wurde von der Aufführung des „Vaterunser“ eingeleitet, komponiert und am Klavier ausgeführt vom Komponisten Arvo Pärt und abgeschlossen mit einem Kurzfilm des Regisseurs Pupi Avati.

„Die Welt, in der wir leben“, so der Papst in seiner Ansprache „benötigt es, dass die Wahrheit aufleuchtet und nicht von der Lüge oder der Banalität verdunkelt wird; sie benötigt es, von der Liebe entflammt und nicht von Hochmut und Egoismus besiegt zu werden.

„Wir brauchen es“, fügte er hinzu, „dass die Schönheit der Wahrheit und der Liebe das Innerste unserer Herzen trifft und es menschlicher macht“.

Darum der Aufruf an die Künstler „die Wahrheit in ihren Werken aufleuchten“ zu lassen und dafür zu sorgen, dass diese Schönheit „in dem Blick und dem Herzen des Betrachters den Wunsch und das Verlangen wecke, das Dasein schön und wahr zu gestalten“.

„Der heilige Geist, der Schöpfer aller Schönheit in der Welt, möge euch immer erleuchten und euch zur letzten und endgültigen Schönheit leiten, die unseren Verstand und unser Herz erwärmt und von der wir erwarten, sie eines Tages in ihrem ganzen Glanz schauen zu können“, wünschte sich der Papst.

„Noch einmal danke ich für eure Freundschaft, für eure Anwesenheit und dafür, dass ihr einen Schimmer dieser Schönheit, die Gott ist, in die Welt tragt“, so dankte er den Anwesenden.

„Die Kirche und die Künstler beginnen wieder, einander zu begegnen und miteinander zu sprechen, um die Notwendigkeit eines Treffens zu unterstreichen, das immer intensiver und strukturierter werden muss, auch um der Kultur oder besser den Kulturen unserer Zeit ein leuchtendes Beispiel fruchttragenden und erfolgreichen Dialogs zu bieten, der darauf ausgerichtet ist, diese Welt menschlicher und schöner zu gestalten“, schloss der Papst.

[Übersetzung aus dem Italienischen von Josef Stolz]