Der Priester ist nicht nur ein Gemeindeanimateur, so der Papst

Ad-limina-Besuch der belgischen Bischöfe

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VATIKAN, 24. November 2003 (ZENIT.org).- Der Papst hat am Samstag die belgischen Bischöfe, die unter der Leitung von Godfried Kardinal Daneels im Rahmen ihres Ad-limina-Besuchs in Audienz empfangen wurden, auf die spezifische Mission des Bischofs und Priesters in einer Gesellschaft hingewiesen, die ihre traditionellen Bezugspunkte verliert und freiwillig einem allgemeinem Relativismus frönt.



Der Heilige Vater zeigte sich besorgt um die Situation der Kirche in Belgien. Oberste Pflicht sei es, "Christus und das Evangelium bekannt zu machen".

"Man kann angesichts des Niedergangs der religiösen Praxis die Besorgnis nicht verhehlen", so der Papst.

Auch die anhaltende Berufungskrise zeigt sich im Säkularisierungsprozess sehr deutlich". Man könnte meinen, die belgische Gesellschaft habe „ihren christlichen Wurzeln den Rücken zugewandt".

In diesem Zusammenhang bezeichnete der Papst die neue Landesgesetzgebung als "beunruhigend", da sie "die grundlegenden Dimensionen des humanen und sozialen Lebens wie Geburt, Ehe, Familie und auch Krankheit und Tod bedroht".

Die Gesetzesänderungen "sind ein tiefer Einschnitt in die ethische Dimension des menschlichen Lebens". Die Bischöfe, so der Papst, sollten "die christliche Daseinsauffassung von neuem verkünden".

Die theologische, spirituelle und moralische Unterweisung der Gläubigen solle unbedingt weiterentwickelt werden, wobei Jugendliche die erste Zielgruppe sein müssten.

Die Erneuerung christlichen Lebens könne nicht nur aus einer äußeren Reform hervorgehen, sondern es gehe vielmehr um eine "innere Reform des Glaubenslebens", so der Papst.

Eben darin erfährt der "priesterliche Dienst seine wahre Bedeutung". Denn der Priester solle nicht nur ein Gemeindeanimateur oder Koordinator sein, sondern er muss auch "in der Gesellschaft auf spirituelle Weise Christus, den Erlöser, vertreten".

Papst Johannes Paul II. lud daher die Bischöfe ein, "zusammen mit den Pfarreien die Bibel wieder innerhalb der Familien zu verbreiten" sowie "die Bedeutung der Eucharistie" für das persönliche und gemeinschaftliche Leben hervorzuheben und zu entdecken.

Besonderen Wert legte der Heilige Vater auf die Erziehung der Jugendlichen. "Der Reichtum katholischer Identität" biete den jungen Generationen "das Beste an, was katholische Bildungstradition in der Kirche hervorgebracht hat", zusammen mit den "unerlässlichen moralischen Prinzipien die zur stillen und verantwortungsvollen Entwicklung des eigenen Lebenswegs nötig sind", so der Papst abschließend.