Der Rosenkranz ist das Gebet der Neuevangelisierung

Don Krzysztof Sontag, Priester der Erzdiözese Katowice und der Pfarre Unsere liebe Frau vom Rosenkranz in Lędziny, spricht über die Rolle des Rosenkranzes im Jahr des Glaubens

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von Don Mariusz Frukacz

CZESTOCHOWA, 9. Oktober 2012 (ZENIT.org).- Im Oktober feiert die Kirche den Beginn des Jahres des Glaubens. Außerdem ist der Oktober der Monat des hl. Rosenkranzes. Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem vom Heiligen Vater ausgerufenen Jahr zur Wiederentdeckung des Glaubens und diesem schlichten Mariengebet? ZENIT ist dieser Frage im Rahmen eines Interviews mit Don Krzysztof Sontag, Priester der Erzdiözese Katowice und der Pfarre Unsere lieben Frau vom Rosenkranz in Lędziny, nachgegangen.

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Welche Bedeutung hat das Rosenkranzgebet für die Vertiefung des persönlichen Glaubens?

Don Krzysztof Sontag: Das Rosenkranzgebet ist ein Gebet großer Demut und zugleich großer Tiefe. Es führt uns durch Maria zu den Mysterien des  Lebens Jesu. Dadurch vertieft sich unsere persönliche Beziehung mit Christus. Gerade in der Vertiefung  der persönlichen Beziehung eines jeden Gläubigen mit Jesus liegt der Kern der Neuevangelisierung. Wir können den Rosenkranz daher als das Gebet der Neuevangelisierung bezeichnen.

Der Selige Johannes Paul II. erinnerte auch an die Wichtigkeit des Rosenkranzgebetes in der Familie …

Don Krzysztof Sontag: Das ist richtig. Der Rosenkranz ist von einzigartiger Schönheit und sollte innerhalb der Familie und für die Familie gesprochen werden; ganz besonders im kommenden Jahr des Glaubens. Bemerkenswert ist, dass der Rosenkranz seinem Aufbau nach beim Glaubensbekenntnis beginnt und bis zur Kreuzigung Christi führt.  Daher ist dieses Gebet für jede christliche Familie gleichsam eine Schule des Glaubens. Wenn die Mitglieder einer Familie gemeinsam den Rosenkranz rezitieren,  so verbinden sie sich im Gebet mit der gesamten Kirche, treten ein in die Gemeinschaft mit dem Heiligen Vater und dessen Absichten und betrachten das Antlitz Christi mit Maria. Zahlreiche Familien befinden sich heute in einer Krise. In leidvollen Momenten können Eheleute versuchen, ihre Probleme in den Rosenkranz einfließen zu lassen, denn dieser skandiert den Rhythmus des menschlichen Lebens.

Die Päpste der jüngeren Vergangenheit wurden als Päpste des Rosenkranzes bezeichnet. So kennzeichneten Papst Leo XIII., der Selige Johannes XXIII., Paul VI., der Selige Johannes Paul II. und Benedikt XVI. den Rosenkranz als Gebet für die Mission und die Missionare. Dieser Aspekt erscheint von großer Relevanz für das Jahr des Glaubens.

Don Krzysztof Sontag:Es besteht insofern eine sehr enge Verbundenheit zwischen dem Jahr des Glaubens und die Neuevangelisierung mit der Missionstätigkeit der Kirche und dem Dienst der Missionare, als beharrliches, intensives Gebet  vonnöten ist. Alle Missionare tragen trotz großer Schwierigkeiten einen großen Glauben in sich und sind Verkündiger des Evangeliums. Dank ihres Zeugnisses gelangen die Menschen zu Christus. Wir leben heute in einer Welt, in der Christus verdrängt wird; selbst Europa hat sich zu einer Region entwickelt, in der Missionsbedarf herrscht. Ich hoffe daher, dass das Jahr des Glaubens und die Neuevangelisierung einen entscheidenden Beitrag für die Erneuerung der Mission der Kirche leisten können.

[Übersetzung des italienischen Originals von Sarah Fleissner]