Der selige Jakob Berthieu

Bevorstehende Heiligspechung des Jesuiten aus dem 19. Jahrhundert

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ROM, 16. Oktober 2012 (ZENIT.org). ‑ Jakob Berthieu (* 1838; † 8. Juni 1896 auf Madagaskar) war ein französischer Staatsangehöriger. Der Selige empfing im Jahre 1864 die Weihe zum Diözesanpriester und trat 1873 mit der Erlaubnis seines Bischofs dem Jesuitenorden bei.  

Vor der Beendigung seines Noviziates wurde Jakob Berthieu in die Mission nach Madagaskar entsandt. Dort legte er seine ersten Gelübde ab und wirkte fünf Jahre lang in der Kinderkatechese , spendete die Sakramente und sorgte für die Kranken auf der vor der Küste Madagaskars gelegenen Insel St. Mary.

1880 verfügte die französische Regierung die Schließung der Jesuitenschule und zwang die Jesuiten ins Exil. Nachdem die Rückkehr der Jesuiten erlaubt worden war, eröffnete Jakob im Jahr 1885 eine neue Mission in Ambrositra. Wenige Jahre später evangelisierte er Angehörige des Volksstamms der Merina im etwas nördlich von Tananarive gelegenen Bezirk Anjozorofady.

Als es 1886 unweit des Ortes seiner Mission zu einem erneuten Aufstand kam, ordnete P. Berthieu den Dorfbewohnern die Flucht an. Er und seine Mitbrüder machten sich auf den Weg in die Hauptstadt Tananarive. Vor ihrer Ankunft wurden sie von einem Angehörigen einer der Stämme angegriffen und dazu gezwungen, sich zu zerstreuen. In den darauf folgenden Tagen wurde P. Berthieu gefangen genommen und in ein Dorf gebracht, dessen Anführer ihn zur Aufgabe seines Glaubens nötigen wollte, was ihm jedoch nicht gelang.

Jakob begegnete dem Versuch des Dorfoberhauptes, ihn zur Verleugnung seiner Religion zu bewegen, mit folgender Aussage: „Ich kann dem nicht zustimmen. Lieber will ich sterben.“ Aus diesem Grund wurde er im 60 Kilometer von Tananarive gelegenen Dorf Ambiatibe getötet. Sein Körper wurde in den Fluss geworfen und nie aufgefunden. Es war der 8. Juni 1896. 

[Übersetzung des englischen Originals von Sarah Fleissner]