Der selige Johannes Paul II. als Patron eines endlich vereinten Europa?

Polnische Präsidentschaft der Europäischen Union

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Von Anita S. Bourdin

ROM, Donnerstag, 14. Juli 2011 (Zenit.org).- Der selige Johannes Paul II. als Patron eines endlich vereinten Europas? Das ist der Wunsch, der vom Botschafter Polens beim Heiligen Stuhl ausgesprochen wurde.

Der Sekretär des Heiligen Stuhls für die Beziehungen mit den Staaten, Msgr. Dominique Mamberti, hat am Dienstagmorgen im Petersdom einer heiligen Messe für Polen und für die Zukunft Europas vorgestanden, im Beisein der beim Heiligen Stuhl akkreditierten Botschafter.

Eine heilige Messe, die auf Initiative der Botschafterin Polens beim Heiligen Stuhl, Frau Hanna Suchoka, gefeiert wurde.

Am Ende der Messe versammelten sich Msgr. Mamberti und die Mitglieder des diplomatischen Corps am Grab des seligen Johannes Pauls II.

Frau Suchoka dankte den Teilnehmern und äußerte den Wunsch, dass der polnische Papst von allen als „Patron eines vereinten Europas, das fähig ist, voll durch seine beiden Lungenflügel zu atmen“, angesehen werden könne.

Msgr. Mamberti wiederholte seinerseits in seiner Predigt die Dringlichkeit der Umkehr, einer Rückkehr zu den Werten der Solidarität und Geschwisterlichkeit in Europa.

Er sprach die „Warnung vor dem Verlust der europäischen Wurzeln“ und „einen Aufruf zur Umkehr“ aus.

„Durch den Fortschritt und den Wohlstand blind geworden, interessieren sich die Menschen von heute nur noch für materielle Güter und vergessen Gott, oder sie leben, als ob es ihn nicht gäbe. Msgr. Mamberti bat besonders darum, sich vom Beispiel des heiligen Benedikt, dem Patron Europas, inspirieren zu lassen“, unterstreicht Radio Vatikan.

Msgr. Mamberti ermahnte den „alten Kontinent“ am Tag nach dem liturgischen Fest des heiligen Benedikt, des heiligen Mitpatrons Europas, den der Papst beim sonntäglichen Angelus erwähnt hatte, „in seiner Kultur und in seinen Wurzeln die notwendige Kraft für eine spirituelle und humanistische Wiedergeburt zu finden“.

„Am Tag des Gerichts“, erklärte Msgr. Mamberti, „werden wir nicht nur für die begangenen Sünden Rechenschaft ablegen müssen, sondern auch für die empfangenen Gnaden, die wir nicht fruchtbar gemacht haben“.

(Aus dem Französischen übersetzt von Dr. Edith Olk)