Der selige Pater Damien De Veuster, „Apostel der Aussätzigen“, vor der Heiligsprechung
Theologenkommission erkennt Wunder an
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ROM, 3. Juni 2008 (ZENIT.org).- Die Heiligsprechung des seligen Pater Damien De Veuster, der als Apostel der Aussätzigen bekannt ist, könnte durch ein vom Vatikan anerkanntes Wunder bald möglich werden. Das teilte der Postulator des Verfahrens, P. Bruno Benati SSCC, in diesen Tagen mit. Die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse habe das Wunder am 29. April offiziell bestätigt.
Das Wunder auf die Fürsprache des Seligen soll sich an einer dem Tod geweihten Frau namens Audrey Toguchi aus Honolulu ereignet haben. Von Metastasen zerfressen, war sie an einem unheilbaren Krebs erkrankt.
P. Damien wurde am 3. Januar 1840 in Tremeloo (Belgien) als siebtes Kind in einer Bauernfamilie geboren. Der Ordensmann starb am 15. April 1889 in Kalawao auf Molokai, einer der Hawaii-Inseln (Sandwich-Inseln) im Stillen Ozean. Sein Leichnam wurde 1936 nach Belgien überführt und in einem Grabgewölbe der Picpusmönche in Löwen beigesetzt, das heute zu einer Stätte der Verehrung geworden ist.
„Während ihrer Krankheit wurde Frau Audrey von Ordenspriestern und Schwestern des Heiligsten Herzen Jesu besucht", jener Kongregation, zu der auch P. Damien gehörte. „Diese luden sie ein, persönlich auf die Fürsprache des seligen Damien zu vertrauen", heißt es in dem entsprechenden Bericht.
Die Betroffene selbst erklärt: „Ich habe zum seligen Damien gebetet. Er war der zentrale Mensch meiner Gebete: Vom 1. Mai bis zum 19. Januar 2004 habe ich meine Gebete nur auf die Fürsprache des seligen Damien an Gott gerichtet. Ich bin davon überzeugt, dass dieses wundersame Verschwinden vom Krebs auf die Fürsprache des seligen Damien zurückzuführen ist."
Nach Angaben des Postulators hätten die Ärzte „diese Heilung untersucht, und alle sind sich einig, dass sie aus wissenschaftlicher Sicht nicht erklärbar ist. Frau Audrey genießt heute eine perfekte und vollständige Gesundheit." Das Wunder müsse nun in einem Ausschuss von Kardinälen und Bischöfen begutachtet werden, damit die Kanonisierung stattfinden könne.
Vor dem Jahr 1850 war der Aussatz auf den Sandwich-Inseln so gut wie unbekannt. Dann wurde er dorthin übertragen und griff schnell um sich. Die Regierung trat der Ausbreitung der Krankheit mit allen Mitteln entgegen. Es wurde angeordnet, die Aussätzigen auszusondern und an einem unzugänglichen Ort unterzubringen. Dafür wählte man eine Landzunge im Norden der Insel Molokai, die für die Absonderung der Leprakranken besonders geeignet erschien. Die Aussätzigen mussten dort oft ohne priesterlichen Beistand sterben.
So meldete sich P. Damien freiwillig für die Arbeit auf Molokai, die Insel der Aussätzigen. Er lebte und wirkte dort als Seelsorger und Arzt, als „Apostel der Aussätzigen“. Sein Wirken fand Widerspruch und Anerkennung. Seitdem es bekannt geworden war, dass P. Damien inmitten der Leprosen leben und sterben wollte, erhielt die Aussätzigenkolonie reiche Gaben an Geld, Lebensmitteln und Kleidungsstücken: zuerst aus Honolulu, später auch aus entfernten Gegenden der Welt.
Als 1885 ein berühmter Arzt nach Molokai kam, um den Aussatz und seinen Erreger zu erforschen und auch den weltbekannten Damien kennenzulernen, stellte er fest, dass der Pater vom Aussatz befallen war. Seine Energie und Schaffensfreude blieben aber bis zuletzt ungebrochen.
Am 9. November 1887 schrieb der Selige seinem Bruder: „Du weißt, dass der Erlöser seit einiger Zeit seine Wahl auf mich gelenkt hat, indem er erlaubte, dass ich vom Aussatz befallen wurde. Ewig werde ich Gott für diese Gunst dankbar sein. Diese Krankheit wird meinen Lebensweg, wie mir scheint, zwar ein wenig abkürzen, ihn aber schneller zum himmlischen Vaterland lenken. In dieser Hoffnung nehme ich mein Kreuz auf mich. Hilf mir bitte durch Dein Gebet, dass ich die Kraft erhalte, auszuharren und glücklich auf dem Gipfel des Kalvarienberges anzukommen.“
Papst Johannes Paul II. hat Pater Damien 1994 selig gesprochen.


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