Der Tempel als ein heiliger Ort

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 394 klicks

Der Tempel sei ein heiliger Ort, an dem das wichtigste nicht das Ritual sei, sondern Gott anzubeten. So die Worte von Papst Franziskus in der Predigt während der heutigen Messe in Santa Marta. Auch das menschliche Wesen sei ein Tempel, „der Tempel des Heiligen Geistes“, und er sei dazu aufgerufen, in sich hinein zu hören, um Gott um Vergebung zu bitten und ihm zu folgen. Die Ausführungen des Papstes basierten auf dem Evangelium (Lk 19,45-48). Papst Franziskus erklärte, der Tempel sei ein Bezugspunkt für die Gemeinde, ein Bezugspunkt für das Volk Gottes.

“Der Tempel ist ein Ort, an dem die Gemeinde zusammenkommt, um zu beten, Gott zu preisen, Dank zu erweisen, aber vor allem um anzubeten: Im Tempel betet man den Herrn an. Und das ist der wichtigste Punkt. Das gilt auch für die liturgischen Feierlichkeiten: In einer liturgischen Feier, was ist das wichtigste? Die Gesänge, die Rieten, alles schön, alles…? Wichtiger ist die Anbetung: Die gesamte versammelte Gemeinde schaut den Altar an, wo das Opfer vollzogen und angebetet wird. Aber ich glaube – ich sage das mit Demut – wir Christen haben ein bisschen den Sinn der Anbetung verloren und denken: Gehen wir zum Tempel, wir versammeln uns mit den Brüdern – Das ist gut, das ist schön – aber der Mittelpunkt ist da, wo Gott ist. Und wir beten ihn an.“

Mit Bezug auf das heutige Evangelium erinnerte der Pontifex an die Frevler, die den Tempel als Ort für ihre Geschäfte benutzt htten. Im Glaubensleben gebe es noch einen anderen Tempel, der im Leben eines Christen eine wichtige Rolle spiele.

„Der heilige Paulus sagt, wir sind Tempel des Heiligen Geistes. Ich bin ein Tempel. Der Geist Gotte ist in mir. Und er sagt uns auch: ‚Betrübt nicht den Geist des Herrn, der in euch ist!‘ Und auch hier, vielleicht können wir nicht wie vorher von der Anbetung sprechen, sondern von einer Art der Anbetung, bei der es das Herz ist, das den Geist des Herrn in sich sucht und weiß, dass Gott in ihm ist, dass der Heilige Geist in ihm ist. Er hört auf ihn und folgt ihm.“

Die Anwesenheit Gottes in uns erfordere eine kontinuierliche Reinigung, da wir von Grund auf Sünder seien, so Papst Franziskus weiter. In diesen beiden Tempeln, dem materiellen, dem Ort der Anbetung, und dem spirituellen Tempel in jedem Menschen, wo der Heilige Geist lebe, müsse das Verhalten voller Barmherzigkeit sein, wo man anbete und zuhöre, bete und um Vergebung bitte und den Herrn preise.

„Und wenn die Rede von der Freude des Tempels ist, spricht man hiervon: die ganze Gemeinde in Anbetung, im Gebet, in der Danksagung, in Preisung. Ich im Gebet mit dem Herrn, der in mir ist weil ich ein Tempel bin. Ich höre, bin bereit. Möge der Herr uns diesen eigentlichen Sinn des Tempels zuteil werden lassen, um in unserem Leben damit fortfahren zu können, das Wort Gottes anzubeten und anzuhören.“