Der Terminkalender Benedikts XVI. im Überblick

Pastoralreisen, Synoden, Reform und ein Buch

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ROM, 5. September 2005 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. versteht es, die Zeit gut zu nutzen. Das zeigte das dichte Papstprogramm während der vier Tage beim Weltjugendtag in Köln, das zeigen aber auch die vielen Audienzen, die er täglich gibt. Und nicht zuletzt das ehrgeizige Arbeitspensum, das er sich für die nähere Zukunft vorgenommen hat.



Bei verschiedenen Anlässen hat der Heilige Vater seine Bereitschaft bejaht, Pastoralreisen zu unternehmen, auch wenn diese mit seinem Alter von 78 Jahren und seinen vielen Verpflichtungen vereinbar sein müssen, denen er in den ersten Monaten seines Pontifikats nachzukommen hat.

Heiliges Land

Sowohl von der israelischen Regierung als auch von der palästinensischen Autonomiebehörde wurde Benedikt XVI. offiziell zu einem Besuch in das Heilige Land eingeladen. Am 8. Juli überreichte die israelische Kommunikationsministerin Dalia Itzik dem Papst eine dementsprechende schriftliche Einladung von Premierminister Ariel Sharon. Wie die Ministerin später in einem israelischen Radiosender erklärte, habe sich der Bischof von Rom gefreut und geantwortet: "Ich habe eine lange Liste mit Ländern, die ich besuchen muss, aber Israel hat Vorrang." In einem Interview, das im vergangenen August in der italienischen Zeitschrift "30 Giorni" veröffentlicht wurde, lud auch Mahmud Abbas, Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, den Heiligen Vater ausdrücklich ein – zu einem Besuch in die Palästinensergebiete.

Türkei

Eine offizielle Antwort seitens des Vatikans auf die von Patriarch Bartholomäus I. von Konstantinopel ausgegangene Einladung an Benedikt XVI., anlässlich des Fests vom heiligen Apostel Andreas am 30. November nach Istanbul zu kommen, steht noch aus. Jedes Jahr besucht eine Delegation des Heiligen Stuhls den Sitz des ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel in der größten türkischen Stadt, um an den Feierlichkeiten rund um das Fest des heiligen Apostels und Patrons Andreas, dem Bruder des Apostels Petrus, teilzunehmen. Diese Geste wird vom Patriarchat mit einem Gegenbesuch im Vatikan beantwortet. Er findet stets am 29. Juni statt, am Fest der Apostelfürsten Petrus und Paulus, den Patronen der Kirche von Rom. Die Trennung zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche besteht seit dem Schisma im Jahr 1054.

Das Gerücht eines möglichen Papstbesuchs in der Türkei bestätigte der irische Premierminister Bertie Ahern am 7. Juli, als er nach einer Audienz bei Papst Benedikt XVI. eine Pressekonferenz abhielt. In Bezug auf andere Pastoralreisen sagte der Politiker damals, der Papst habe gesagt, er werde in den Sommerferien darüber nachdenken.

Spanien

Der Weltfamilientag, der auf Initiative von Papst Johannes Paul II. in der Regel alle drei Jahre stattfindet und von Benedikt XVI. bestätigt worden ist, dient der Stärkung der Familie. Die bisherigen Treffen fanden 1994 in Rom, 1997 in Rio de Janeiro, 2000 wieder in Rom und 2003 auf den Philippinen statt. Im Juli 2006 wird der Weltfamilientag erstmals in der spanischen Stadt Valencia veranstaltet. Der Heilige Vater hat bereits seinen Wunsch geäußert, an diesem Treffen teilzunehmen.

Lateinamerika

Der Papst könnte die Vollversammlung der lateinamerikanischen Bischöfe im Jahr 2007 dazu nützen, um die Gläubigen in Lateinamerika zu besuchen. Der Ort des Bischofstreffens ist noch nicht bekannt.

Deutschland

Am 9. August kündigte Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg an, Papst Benedikt XVI. werde im Jahr 2006 seine "Heimatstadt" Regensburg besuchen. Als möglicher Termin wurde der Herbst genannt. Benedikt XVI. war von 1969 bis 1977 Ordinarius für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universität Regensburg.

Synoden

Gegenwärtig bereitet Benedikt XVI. die 11. ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode vor, die vom 2. bis zum 23. Oktober 2005 rund 250 Bischöfe aus aller Welt nach Rom führen und das Ende des "Jahres der Eucharistie" markieren wird. Um eine größere Teilnehmerzahl zu ermöglichen, erließ der Papst einige Änderungen bezüglich des Ablaufs der Synode. Außerdem hat der Papst eine zweite Synode für die afrikanischen Bischöfe einberufen.

Konsistorium und Reform der Kurie

Gegenwärtig gibt es innerhalb des Kardinalskollegiums 112 Kardinäle, die im Fall einer Papstwahl von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen können. Da bei einem Konklave in der Regel 120 wahlberechtigte Kardinäle zugelassen werden, könnte Benedikt XVI. im Rahmen eines so genannten Konsistoriums einigen Bischöfen die Würde eines Kardinals verleihen.

Im Rahmen einer Pressekonferenz erklärte Kardinal José Saraiva Martins, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, dass der Papst die römische Kurie möglicherweise reformieren werde. Auf alle Fälle wird Benedikt XVI. einige führende Ämter in den Dikasterien des Heiligen Stuhls neu besetzen, da einige Führungspersönlichkeiten das übliche Ruhestandsalter von 75 Jahren erreicht haben.

Buch

Im Vatikan wurde bestätigt, dass der Heilige Vater während der Sommerferien an einem Buch weitergearbeitet habe, das er noch in der Zeit, als es Kardinal war, begonnen haben soll. Über den Inhalt dieses Buches ist allerdings nichts bekannt. Gerüchte, wonach der Papst an seiner ersten Enzyklika arbeite, sind vom Heiligen Stuhl nicht bestätigt worden.

Selig- und Heiligsprechungen

Benedikt XVI. wird am 23. Oktober auf dem Petersplatz seine erste Heiligsprechung vornehmen und den chilenischen Jesuitenpater Alberto Hurtado (1901-1952), die beiden Ukrainer Jozef Bilczewski (1860-1923), Erzbischof von Lwiw (Lemberg), und Zygmunt Gorazdowski (1845-1920), Diözesanpriester, sowie die beiden Italiener Gaetano Catanoso (1879-1963) und Felice Da Nicosia (1715-1787) zur Ehre der Altäre erheben.

Pfingsten 2006

Zu den herausragenden Terminen im Papstkalender 2006 gehört das Pfingstfest, an dem sich Benedikt XVI. mit den Mitgliedern der neuen kirchlichen Bewegungen und Gemeinschaften in Rom treffen will. Es wird das zweite Treffen dieser Art sein. Das erste fand auf Wunsch von Papst Johannes Paul II. zu Pfingsten 1998 ebenfalls in Rom statt.