Der Teufel ist der erste Widersacher der Neuevangelisierung

Kardinal Schönborn bei der Bischofssynode für die Neuevangelisierung

| 1193 klicks

VATIKANSTADT, 17. Oktober 2012 (ZENIT.org). – Während der freien Diskussion nach der 14. Generalkongregation der Bischofssynode richtete sich Kardinal Schönborn mit folgenden Worten an die versammelten Synodenväter.

[Wir veröffentlichen seine Rede im Wortlaut:]

***

Liebe Brüder und Schwestern,

Bisher ist ein Thema noch nicht angesprochen worden. Dieses ist aber wesentlich für die Evangelisierung. Es ist das Thema des heutigen Tagesevangeliums.

Jesus verkündet das Evangelium. Der erste Widerstand kommt nicht von Menschen, sondern vom Teufel: Satan und sein Reich sind die ‚Starken‘, von denen Jesus heute spricht. Sie haben das Haus in Besitz, sie halten es besetzt und haben den Besitz in ihre Macht bekommen. Jesus spricht von einer „Basileia“ („Reich“) Satans und der Dämonen. Er spricht an vielen Stellen von einer Herrschaft des Fürsten dieser Welt und von seiner Macht der Lüge und der Menschenfeindlichkeit. Ja, Jesusnennt ihn den Menschenmörder von Anbeginn.

Wo immer Jesus die Frohe Botschaft verkündet, manifestieren sich die Dämonen. Deshalb gibt Jesus den seinen auch die Vollmacht, Dämonen auszutreiben. Als Jesus die Zwölf einsetzte, „damit sie mit ihm seinen und damit er sie aussende um zu predigen“ gibt er ihnen „die Vollmacht Dämonen auszutreiben“ (Mk 3, 14-15).

Liebe Brüder! Was heißt das für die Evangelisierung? Was sind unsere Erfahrungen damit? Wo erfahren wir den Widerstand des Satans und seiner Basileia gegen unsere Sendung zu evangelisieren?

Einen zweiten Punkt muss ich ansprechen. Der Herr evangelisiert den Ungläubigen. Als André Frossard mehr zufällig in die Kapelle in Paris eintrat, kam er nach zehn Minuten als Christ heraus. Der Herr hat ihn bekehrt: in seiner eucharistischen, sakramentalen Gegenwart.

Die Kirche in der Rue d’Ulm war offen. Unsere Kirchen sind oft geschlossen. Christus ist da und wartet mit offenen Armen auf uns – und wir lassen die Menschen nicht zu ihm kommen. Ein praktischer Tipp für die Neuevangelisierung: lasst einfach Eure Kirchen offen!