Der Vatikan fordert mehr Einrichtungen für Palliativpflege

Bericht beklagt Personalmangel und unzureichende finanzielle Mittel

| 214 klicks

ROM/SEOUL, 13. Februar 2007 (ZENIT.org).- Aufgrund der immer höheren Ausgaben für das Gesundheitswesen und der Versuchung zur Euthanasie seien heute mehr Einrichtungen für Palliativpflege notwendig, bekräftigte Kardinal Javier Lozano Barragán, Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst, anlässlich des 15. Welttags der Kranken in Seoul (Südkorea).



Der Weltkrankentag, der auf Papst Johannes Paul II. zurückgeht, wird jedes Jahr am 11. Februar begangen, dem Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes (Frankreich). In diesem Jahr stand das Thema „Die geistliche und pastorale Betreuung von unheilbar Kranken“ im Vordergrund der Hauptveranstaltungen, die von Freitag bis Sonntag in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul stattfanden. Papst Benedikt XVI. verfasste diesbezüglich auch eine besondere Botschaft, in der er die Politiker aufforderte, die nötigen Bedingungen zu schaffen, um ein menschenwürdiges Sterben zu ermöglichen.

Der Päpstliche Rat für die Pastoral im Krankendienst veröffentlichte zum Welttag der Kranken einen Bericht, der nach Worten von Kardinal Lozano darauf abzielt, „die Arbeit der Kirche in der Welt des Leidens“ bekannt zu machen, und zwar insbesondere ihren Einsatz für „diejenigen, die an unheilbaren Krankheiten leiden“. Und er fügte hinzu: „Das Recht auf Leben besteht für den unheilbar Kranken gerade im Recht, mit menschlicher und christlicher Würde zu sterben.“

Im Bericht werden die Ergebnisse einer umfassenden Studie zusammengefasst, die im Jahr 2004 in verschiedenen katholischen Gesundheitseinrichtungen mit Palliativstationen in 121 verschiedenen Ländern durchgeführt wurde. In diesen Palliativstationen wurde nicht nur ärztliche Betreuung angeboten, sondern auch geistlicher Beistand für die Patienten selbst sowie Unterstützung für deren Angehörigen. „All das führt nicht nur zur Reduzierung der physischen Schmerzen, sondern auch zur Wiedergewinnung des Gefühlslebens“, erläuterte der Kurienkardinal.

Da die finanziellen Mittel oft nicht ausreichen, gibt es in den meisten Einrichtungen einen Mangel an Personal. Außerdem fehlt es generell an geistlichen Betreuern und Freiwilligen. Deshalb hob Kardinal Lozano Barragán die Notwendigkeit hervor, „in den Ortskirchen Pastoralprogramme zu fördern, die der Palliativpflege gewidmet sind, und entsprechende Katechesen anzubieten“.

Auch wenn auf der Hand liege, dass die Medizin schwere Krankheiten nicht vollständig besiegen könne, so stelle sie sich mit der Palliativpflege dennoch ganz in den Dienst des Lebens, „indem sie all ihre Möglichkeiten ausschöpft, um die Leiden der unheilbar Kranken zu lindern“.

Mit Worten aus der Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum diesjährigen Welttag der Kranken betonte Kardinal Lozano abschließend noch einmal den Bedarf an mehr Einrichtungen für Palliativpflege, „die ganzheitliche Hilfe anbieten, indem sie den Kranken den menschlichen Beistand und die geistliche Begleitung geben, die sie brauchen. Das ist ein Recht, das jeder Mensch besitzt, und für dessen Schutz wir alle uns einsetzen müssen.“